4trips-Partner

Das große Zermattlexikon

Trenker, Luis

Luis Trenker (1892 – 1990) war ein legendärer österreichischer Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Buchautor, dessen ganze Liebe den Alpen gehörte. Seine Filme über die Berge erfreuen sich noch heute großer Beliebtheit und lassen in jedem Bild seine Begeisterung für das Gebirge erkennen. Trenker wurde im Grödnertal in Tirol geboren und besuchte nach einer abgebrochenen Ausbildung als Ingenieur im Elektrizitätswerk seines Großvaters die Bau- und Kunsthandwerkerschule in Bozen. Anschließend absolvierte er in Innsbruck die k.u.k. Realschule. Während der Ferien kehrte er immer wieder in seine geliebten Alpen zurück und arbeitete als Bergführer und Skilehrer.

Nach der Reifeprüfung studierte Luis Trenker Architektur an der Technischen Hochschule Wien und kämpfte im Ersten Weltkrieg als Offiziersanwärter bei der österreichisch-ungarischen schweren Artillerie an der Ostfront. Später war er am Gebirgskrieg gegen Italien beteiligt. Nach einer schweren Verwundung arbeitete er anschließend als Bergführer in einer Bergführerkompanie in den Dolomiten. Nach dem Krieg scheiterte sein Versuch, eine kaufmännische Existenz in Bozen zu gründen, sodass Luis Trenker sich entschied, sein Architektur-Studium wieder aufzunehmen. Ab 1924 arbeitete er als Architekt in einem Büro in Bozen.

Zum Film kam Luis Trenker, nachdem er für Arnold Fanck, Regisseur und Pionier des Bergfilms, als Bergführer gearbeitet hatte, als dieser seinen Film „Berg des Schicksals“ drehte. Trenker übernahm kurzerhand die Hauptrolle, weil der ursprünglich vorgesehene Schauspieler nicht klettern konnte. Es folgten weitere Filme, in denen Luis Trenker zunächst als Schauspieler und dann als Regisseur wirkte. Sein erster eigener Film war der Stummfilm „Kampf ums Matterhorn“ (1928) über die Erstbesteigung des Matterhorns durch Edward Whymper, in dem Trenker selbst Whympers ärgsten Konkurrenten Carrel spielt. In vielen seiner späteren Filme war Trenker Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion.

Anfang der 1930er Jahre hatte Luis Trenker außerdem begonnen, sich schriftstellerisch zu betätigen. 1931 erschien sein Buch „Berge in Flammen. Ein Roman aus den Schicksalstagen Südtirols“, der mit dem Preis der Stadt Wien als „Bestes Buch des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Ende der 1930er Jahre gab Trenker seinen Architekturberuf auf und lebte ab 1940 als Künstler in Berlin. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Trenkers Werke, die stark heimat- und bergverbunden waren und damit den Idealvorstellungen der Nationalsozialisten entsprachen, zunächst stark instrumentalisiert. Gegen Ende der NS-Zeit jedoch verlor er die Gunst der Führung und erhielt ein faktisches Berufsverbot.

Zu Luis Trenkers berühmtesten Werken gehören die Bücher „Berge und Heimat“, „Helden der Berge“ „Duell in den Bergen. Ein Roman aus den Dolomiten“.

Siehe auch: Bergführer Zermatt, Bergsteigen Zermatt, Edward Whymper, Erstbesteigung Matterhorn, Filme über Zermatt, Jean-Antoine Carrel, Matterhorn, Zermatt


Werbung




Literaturtipps