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Das große Zermattlexikon

Riffelhorn

Zwar gehört das Riffelhorn mit seinen 2.927 Metern zu den kleineren Bergen der Walliser Alpen, dennoch ist es bei Bergsteigern als Kletter- und Übungsberg sehr beliebt. Festes Gestein von hoher Qualität und viele unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bieten unerfahrenen Bergsteigern hervorragende Möglichkeiten, die Grundtechniken des Kletterns im Hochgebirge zu erlernen und sich auszuprobieren. Und das im ständigen Angesicht der schönsten Viertausender der Region Zermatt.

Viele Bergführer nutzen das Riffelhorn insbesondere, um ihre Kunden auf die Besteigung des Matterhorns vorzubereiten. Von der Station Rotenboden (auf 2815 m Höhe) der Gornergratbahn ist der Gipfel des Riffelhorns auf dem leichtesten Weg in etwa einer Stunde zu erreichen. Allerdings ist dabei etwa eine halbe Stunde anspruchsvolles Klettern einzurechnen. Der Fußweg führt von Rotenboden östlich am idyllischen Riffelsee vorbei, in dem sich das Matterhorn postkartenmässig spiegelt, zum Fuß des Riffelhorn-Ostgrats (2820m) von wo aus der eigentliche Aufstieg beginnt.

Das Riffelhorn gilt den Zermatter Bergsteigern als Prüfstein, ob man den Strapazen und Herausforderungen einer Matterhornbesteigung gewachsen ist. Sieht das Riffelhorn hoch über dem gigantschen Gornergletscher auch harmlos und unscheinbar aus, so weist es doch eine Vielzahl von unterschiedlichsten Durchstiegsrouten auf. Die interessantesten und forderndsten finden sich auf der dem Matterhorn zugewandten Seite, der Riffelhorn-Westwand. Die Westwand ist etwa 400m hoch (die Riffelhorn-Nordwand nur ca. 170m hoch) und liegt genau gegenüber dem “echten” Matterhorn. Die Riffelhorn-Westwand ist vom senkrechten Rinnen, einer Verschneidung und einem großen Couloir, dem “Matterhorn-Coloir” (schwierig und glatt!), durchsetzt. In der Riffelhorn-Südwand finden sich die seltener bestiegenen Routen, die aber ebenfalls höchste Anforderungen an das bergsteigerische Können stellen: die Route des Grogan-Couloirs, des Ecks, des Gletschercouloirs, der Kante, des Biner-Coloirs und des Thermometer-Colouirs. Die Riffelhorn-Nordseite, die auf Riffelsee und Rotenboden blickt, bietet die einfacheren Auf- und Abstiegsvarianten. Für den Abstieg vom Riffelhorn wird eine eigene sogenannte Abseilroute genommen. Geübte Kletterer können am Riffelhorn pro Tag etwa drei bis vier verschiedene Routen gehen und somit intensiv für den Matterhornaufstieg trainieren.

Auf dem Gipfel des Riffelhorns angekommen bietet sich ein grandioser Aussichtsplattform-Blick auf zwei Dutzend Viertausender, wie direkt vis a vis, das Breithorn, Castor & Polux, Liskamm, die Mischabelgruppe, das Monte-Rosa-Massiv, das Weisshorn und natürlich, so majestätisch wie von kaum einem anderen Ort, das Matterhorn.

Siehe auch: Bergführer Zermatt, Castor & Pollux, Gornergrat, Liskamm, Matterhorn, Mischabelgruppe, Monte Rosa, Riffelalp, Riffelberg, Riffelsee, Rotenboden, Routen Matterhorn, Viertausender Zermatt, Zermatt


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