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Das große Zermattlexikon

Riffelalptram

Die Riffelalptram (RiT) verbindet die Station Riffelalp der Gornergratbahn (2.211m ü.M.) mit dem einen halben Kilometer südlicher gelegenen Hotel Riffelalp Resort (2222m ü.M.) und ist damit Europas höchstgelegene Trambahnlinie. Zugleich ist sie wohl auch eine der kürzesten Tramlinien der Welt, denn sie befährt nur eine Strecke von gerade einmal 675,31 Metern. Doch die Fahrt mit der nostalgischen Riffelalptram zum Hotel auf der Riffelalp hat Tradition: Schon 1898 wurde das damalige feudale Hotel Seiler über die Trambahn an die Gornergratbahn angeschlossen, die den Hotelgästen (damals passten maximal 10 Personen in einen Wagen) eine komfortablere Anreise ermöglichen sollte. Das niedliche Gefährt wurde damals mit Dreiphasen-Wechselstrom betrieben und galt als absolutes Unikum unter den europäischen Straßenbahnen.

Als die Gornergratbahn vor über hundert Jahren gebaut wurde konnte das alte Hotel Riffelalp aus gleisbautechnischen Gründen nicht direkt an die Trassenführung angebunden werden, so dass der damalige Hotelbesitzer Dr. Alexander Seiler beim eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartement eine Konzession zum Bau einer Trambahnlinie einreichte, die die Station Riffelalp mit dem Hotel verbinden sollte. Die Genehmigung wurde damals erteilt, die Gemeinde Zermatt verkaufte den Grund auf dem die Trambahn gebaut wurde an Alexander Seiler und am 13. Juli 1899 fand die feierliche Eröffnung der Riffelalptram statt. Die Investitionssumme betrug ca. 53.000 Schweizer Franken. Die ursprünglich grünen Waggons wurden 1919 rot umlackiert, der Farbton ist bis heute unverändert geblieben. Während der Kriegsjahre wurde der Betrieb der ungewöhnlichsten Strassenbahn Europas eingestellt.

Nachdem das Riffelalp-Hotel in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 1961 tragischerweise mit allen 120 Zimmern bis auf die Grundmauern niedergebrannte, wurde der Betrieb der Riffelalptram dann endgültig eingestellt und die Tram-Fahrzeuge, die das Feuer alle unbeschadet überstanden hatten, in Zermatt im Garten des Seiler-Hauses ausgestellt. Erst als 1998, fast 40 Jahre später, mit Millioneninvestment der Familienstiftung der Firma Sandoz ein neues Fünf-Sterne-Luxus-Hotel, das Riffelalp Resort, an der gleichen Stelle errichtet wurde, entstanden auch Pläne für eine neue Riffelalptram-Strecke. Am 12. Juni 2001 nahm das Bundesamt für Verkehr die neue Bahn auf der Riffelalp ab. Die höchstgelegene Straßenbahn der Welt wurde dann am 15. Juni 2001 feierlich wiedereröffnet und verkehrt seitdem zwischen Juni und Mitte Oktober täglich von 11 bis 16 Uhr.

Die Riffelalptram hat eine Spurweite von 800mm und fährt mit einer Geschwindigkeit von maximal 10 km/h von der Station Riffelalp bis zum Hotel Riffelalp Resort und wird dabei von elektrischen Akkus (80 Volt/400 Ah) angetrieben, die zwei Gleichstrommotoren von je 10 Kilowatt versorgen. Beim Bremsen wird die entstehende Bremsenergie je nach Bedarf direkt an die Batterien abgegeben. Auf den kompletten Wiederaufbau der beiden Original-Riffelalptram-Wagen aus der Anfangszeit der Riffelalptram und der Drehstrom-Fahrleitungsanlage musste verzichtet werden. Die neugebauten Tramwagen entsprechen aber optisch den Vorgängerwagen aus den 60er Jahren. Die Batterien der Riffelalptram werden nachts in der eigenen Depotgarage auf der Riffelalp neben der Gornergratbahn-Station aufgeladen.

Im Winter verkehren auf der tief verschneiten romantischen Strecke auf der Riffelalp, zwischen Gornergratbahn-Station und Riffelalp Resort, für Hotelgäste Motorschneeschlitten, die Gäste und Gepäck schnell und originell transportieren. Allein die Anreise aus Zermatt vom Tal-Bahnhof der Gornergratbahn zum Hotel hoch oben auf der Riffelalp in 2222m Höhe ist damit sowohl im Sommer, wie im Winter, ein äusserst auf- und anregendes kleines Abenteuer für sich.

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Siehe auch: Gornergrat, Gornergratbahn, Hotels Zermatt, Riffelalp Resort 2222m


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