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Das große Zermattlexikon

Julen, Heinz

Heinz Julen ist ein bedeutender Zermatter Künstler, Möbeldesigner, Architekt, Hotelier und der kreative Querdenker des Ortes. Seine Kunstwerke sind inzwischen weit über die Grenzen von Zermatt hinaus bekannt und begehrt und zweifelsohne hat Heinz Julen das heutige Erscheinungsbild von Zermatt deutlich geprägt.

Julen wurde als Sohn eines Bergführers in Findeln, oberhalb von Zermatt, geboren. Seit frühester Kindheit fühlte er sich mit den Zermatter Bergen tief verbunden. Schon im Alter von 16 Jahren begann er, zu malen und zu designen und baute Hütten aus Tüchern und Holzstangen. 1984 eröffnete er die erste Kunstgalerie in Zermatt: die Heinz Julen Gallery. Seine Skulpturen, Gemälde und Collagen, die dort seitdem ausgestellt werden, weisen immer einen großen intensiven Bezug zu seiner Zermatter Heimat auf.

Ein kurioses Projekt von Heinz Julen sorgte vor einigen Jahren für Aufregung: “Bergwürfel” nannte Julen seine Kunst-Aktion, bei der er Metallwürfel von verschiedenen Berggipfeln rund um Zermatt warf und deren Fallrichtung, Abwurfstelle, Fundort, Zeit und Ort exakt dokumentierte. Julen wurde damals zitiert mit den Worten: “Durch das Wegstoßen, im Loslassen, entziehe ich mich der Verantwortung für das Objekt.” Einmal hätten die Metallkuben allerdings beinahe, so munkelt man in Zermatt, zwei Bergsteiger, Roger Schäli und Robert Jasper, getroffen, die zufällig und unplanbar für Julen, eine sehr selten genutzte Route in der Matterhorn-Nordwand durchkletterten.


Heinz Julen sprüht nur so vor Ideen für sein geliebtes Zermatt.

Inzwischen gilt der Designer und Architekt in Zermatt als Lokalgröße und wichtiger Sympathie- und Werbeträger. Er entwarf zum Beispiel das Hotel Matterhorn Focus und war für dessen moderne innovative Inneneinrichtung zuständig. Auch das Zermatter Kulturhaus „Vernissage“ hat Heinz Julen entworfen und mit viel Herzblut selbst eingerichtet. Im “Vernissage” vereint Heinz Julen eine stylishe Cocktail-Bar, eine Discothek, eine Galerie und ein eigenes Kino zu einem der angesagtesten Treffpunkte in Zermatt. Im Kino des „Vernissage“ werden regelmäßig die Filme von August Julen gezeigt, Heinz Julen’s Vater und ein bekannter Zermatter Filmemacher. Der Vater, zu seiner Zeit ein erfolgreicher Skilehrer in Zermatt, gab seinem einzigen Sohn übrigens den Vornamen Heinz, weil er beeindruckt war von einem seiner prominenten Ski-Schüler und Dauer-Zermatt-Gast: Henry John Heinz II., dem Erben der berühmten Heinz-Ketchup-Dynastie. Im April 2011 eröffnete Julen dann auch sein eigenes Hotel, das Backstage Hotel. Das Hotel, direkt im Zentrum von Zermatt, im und über dem „Vernissage“ gelegen, ist ein bewohnbares Gesamtkunstwerk, ein Lifestyle-Hotel, das höchsten Ansprüchen gerecht wird. Sieben individuell eingerichtete Doppelzimmer, sechs Doppelzimmer-Deluxe und sechs sogenannte Cube-Lofts stehen den Gästen hier zur Verfügung und sie alle tragen die Handschrift von Heinz Julen persönlich und alle Einrichtungsgegenstände sind von ihm von Hand gefertigt worden. Überall im Haus spürt man den extravaganten und kreativen Künstler Heinz Julen, der mit dem Backstage Hotel ein ganz einfaches Konzept verfolgt: Der Gast ist der Star. Dieses Konzept verfolgte Heinz Julen auch bereits im Restaurant „Heimberg“, das er im Haus seiner Großmutter, direkt unterhalb dem Hotel The Omnia, konzipiert und designed hat. Auch das Nachfolgerestaurant in den “Heimberg”-Räumen “1818 – Eat & Drink” ist nach Heinz Julens Ideen und Vorstellungen eingerichtet worden. Im Restaurant 1818 – Eat & Drink dreht sich – unter dem Motto “Lifestyle und Genuss” alles um Grillgerichte zubereitet auf dem Josper Holzkohle Grill.

Heinz Julen sieht sich als Autodidakt, der sich wohlfühlt wenn er seine verschiedenen Hobbys und Begabungen ausprobieren kann. Kitsch ist ihm dabei stets zuwider, stattdessen setzt der Familienvater auf moderne Interpretationen alpiner Architektur mit viel Holz und Glas. Seine besten Ideen hat Julen nach eigenen Aussagen in seinem Berg-Atelier auf 2100 Meter Höhe oberhalb von Zermatt im Weiler Findeln. Bereits 1980 baute Julen hier als eines seiner ersten Architekturprojekte das kleine Atelier-Haus im von ihm bis heute bevorzugten Mix aus altem Holz und modernen Materialien und Elementen. In Findeln, etwas unterhalb vom Atelier des Bruders, ist übrigens auch die Schwester von Heinz Julen, Vrony Julen, sehr erfolgreich aktiv. Sie betreibt seit vielen Jahren das enorm frequentierte und von allen Zermatt-Insidern heiss geliebte Restaurant “Chez Vrony” .

Gemeinsam mit dem Architekten Ueli Lehmann sorgte Heinz Julen vor einigen Jahren außerdem mit Plänen für einen Aufbau auf dem Klein Matterhorn für Aufregung: Da dem Berg, dem kleinen Bruder des Matterhorns, 117 Meter fehlen, um in die Riege der berühmten Zermatter Viertausender aufgenommen zu werden, soll – wenn es nach Julen ginge – eine ebenso hohe Pyramide auf den Berg gesetzt werden, um die fehlende Höhe wett zu machen. Angedacht ist eine Art Dreifuß auf dem bisherigen Gipfel, der das Klein Matterhorn auf exakt 4.000 Meter anwachsen lässt. Mit Hilfe dieser Glas-Stahl-Pyramide möchte Heinz Julen das Klein Matterhorn zum 39. Viertausender von Zermatt machen. Außerdem sollen in dem Aufbau ein Multimedia-Kongressraum sowie ein Luxus-Hotel mit Wellness-Anlage und Pool untergebracht werden, alles energieautark und rückbaubar. Die Zimmer im dann höchsten Bauwerk der Schweiz müssten aufwändig und mit modernster Technik unter Unterdruck gesetzt werden, damit die Gäste aus dem Tal keine Kopfschmerzen oder Hirnödeme bekommen. Julen selbst sieht das auf den ersten Blick absurd scheinende Projekt nicht als größenwahnsinnigen Turmbau zu Babel, der als überlaufener Erlebnispark enden könnte, sondern als Ort, an dem Besucher eine tiefe, spirituelle Erfahrung machen können. Mit seinem „Dream Peak“ will Heinz Julen auf dem Klein Matterhorn der Seele Flügel verleihen und den Besuchern die Möglichkeit geben, wahrlich über den Gipfeln zu schweben. Die Realisierung des Dream Peak scheint derzeit unmöglich: fehlende Finanz-Mittel und wetternde Naturschützer stehen dem mutigsten aller Julen-Projekte im Weg. Der Architekt selbst findet den Umgang mit seiner extravaganten Idee heuchlerisch, greift doch die bestehende Seilbahn auf das Klein Matterhorn schon massiv in die Natur ein. Julens Position ist: entweder wird mit dem Dream Peak eine spektakuläre Touristenattraktion und Inszenierung für die Alpen geschaffen oder die Natur auf dem Klein Matterhorn wird komplett wiederhergestellt und die höchste Seilbahn Europas von Trockener Steg zum Klein Matterhorn abgebaut.

Julens Pläne für den Dream Peak scheinen seit April 2014 aber nun endgültig Geschichte zu sein: die Wallis-Regierung hat Neu- und Ausbauten am Klein Matterhorn nur unterhalb von 3840 Metern gestattet. Der geplante Ausbau des Klein Matterhorn-Gipfels zum Viertausender wäre damit unmöglich. In den Jahren 2016-2018 war Heinz Julen in das Design der Tal- und Bergstation der neuen 3S-Seilbahn “Matterhorn Glacier Ride” auf das Klein Matterhorn eingebunden.

Wenn Sie in einem der von Heinz Julen initiierten oder designten Hotels in Zermatt wohnen möchten, können Sie hier bei uns folgende “Heinz Julen Hotels” buchen: Backstage Hotel, Matterhorn Focus

Siehe auch: August Julen, Chez Vrony, Dream Peak, Filme über Zermatt, Findeln, Klein Matterhorn, Matterhorn, Restaurant Heimberg Zermatt, Ueli Lehmann, Vernissage, Viertausender Zermatt, Wallis, Zermatt


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