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Das große Zermattlexikon

Geologie Zermatt

Die Geologie von Zermatt ist beispielhaft für den geologischen Aufbau der Alpen und deshalb für Geologen schon seit Langem von ganz besonderem Interesse: Nirgendwo sonst in den Alpen finden sich auf so kleinem Raum so viele verschiedene Gesteine und Mineralien wie in Zermatt. In ihrer Vielfalt, Klarheit und in ihren Farben heben sich die in Zermatt gefundenen Mineralien stark von den anderen Funden der Alpenregion ab.

Die Region rings um Zermatt besteht aus vier geologischen Zonen: der Dent-Blanche-Decke, der Monte-Rosa-Decke, der Bernhard-Decke und dem Mesozoikum. Die Dent-Blanche-Decke ist ca. 250 Millionen Jahre alt, beginnt beim Weisshorn und reicht bis zum Matterhorn. Die Dent-Blanche-Decke ist, neusten Erkenntnissen zufolge, afrikanischen Ursprungs und entstand durch die Kollision der afrikanischen mit der europäischen Platte. Und so ist das Gestein, das wir heute auf dem Matterhorn finden, afrikanisches Gestein.

Etwas später entstand die Monte-Rosa-Decke, die europäischen Ursprungs ist und vom Castor bis zum Nordend reicht. Die Bernhard-Decke ist auch unter dem Namen Mischabel-Decke bekannt und umfasst alle Berge der Mischabelgruppe. Die vierte geologische Zone, das Mesozoikum, umfasst sowohl den Talkessel von Zermatt als auch das Gornergrat, das Breithorn, den Pollux, das Strahl- und das Rimpfischhorn und das Allalinhorn. Die Sedimente hier sind deutlich jünger als die, die in der Dent-Blanche-Decke gefunden werden können und datieren auf etwa 150 Millionen Jahre. Diese Decke ist besonders mineralienreich und für Geologen vor allem deshalb interessant, weil hier Mineralien gefunden wurden, die nirgendwo sonst in der Schweiz vorkommen, wie zum Beispiel der hellblaue Lazulith.

Die Erhebung der Alpen erfolgte erst viel später, vor rund 30 Millionen Jahren, als der Druck der kontinentalen Platten so groß wurde, dass die Sedimente in jene Falten gelegt wurden, die wir heute als Alpen kennen. Ihre charakteristische Form verdanken Matterhorn, Dufourspitze und Co. heute der kontinuierlichen Arbeit von Eis, Wind und Wasser. Dieser geologische Prozess ist noch immer in Gange und wird nicht enden, bis das letzte Gestein abgetragen ist. Dennoch besteht keine Gefahr, dass die Walliser Alpen irgendwann verschwunden sein könnten, denn der tektonische Prozess ist noch immer nicht abgeschlossen und so sind die Berge von Zermatt noch immer im Wachsen begriffen. Das Wachstum der Zentralalpen wird allgemein mit etwa 1,5mm pro Jahr angegeben.

Siehe auch: Allalinhorn, Breithorn, Dent Blanche, Dufourspitze, Gletscher Walliser Alpen, Zermatter Gletscher, Gornergrat, Matterhorn, Pollux, Strahlhorn, Rimpfischhorn, Vergletscherung der Alpen, Weisshorn, Zermatt


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