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Das große Zermattlexikon

Brauchtum Zermatt

Das Brauchtum ist in Zermatt noch immer sehr lebendig: In dem kleinen – aber weltbekannten – Bergdorf ist man sich der eigenen Geschichte und Tradition noch immer sehr bewusst. Die Pflege des Brauchtums spielt deshalb für Zermatt eine besondere Rolle. Aus diesem Grund wurde das Jahr 2013 zum Themenjahr Brauchtum und Tradition in Zermatt erklärt. Dabei lud der Ort dazu ein, an den noch immer lebendigen lokalen und Schweizer Traditionen teilzuhaben und sich über die Geschichte des Dorfes zu informieren. Das Programm des Themenjahres umfasste Walliser und Schweizer Folklore, historische Dorfführungen durch den alten Dorfkern, Kutschfahrten, Sonderausstellungen im Matterhorn-Museum Zermatlantis, einen Alphorn-Weltrekordversuch auf dem Gornergrat-Fest am 17. August 2013 sowie Folklore-Gruppen, die die Urlaubsgäste vom 22. Juni bis zum 31. August 2013 mit Schweizer Volksmusik verwöhnten.

Auch der Gang der Schwarzhalsziegen durch das Dorf gehört zum Brauchtum von Zermatt. Zwei Mal täglich werden die 50 Ziegen nach alter Tradition durchs Dorf getrieben: jeweils um 9 und um 17 Uhr. Das Themenjahr Brauchtum und Tradition in Zermatt erreichte dann auf dem Folklorefestival am 11. August seinen Höhepunkt, als 1.200 Mitwirkende aus der ganzen Schweiz dafür sorgten, dass die alten Brauchtümer, Musikstücke und Instrumente nicht in Vergessenheit geraten. Wer mehr über die Sagen- und Legendenwelt von Zermatt erfahren will, ist übrigens auf dem Saga Trail genau richtig. Pünktlich zum Themenjahr wurde der neue Themenwanderweg entlang der mystischen Seen von Zermatt für Besucher eröffnet. Viele Geschichten und Sagen, die fester Bestandteil des Brauchtums von Zermatt sind, werden auf dem Sagenweg wieder zum Leben erweckt.

Wenn Sie solche Sagen einmal entfesselt erleben und das Brauchtum des Wallis in seiner Urform sehen wollen, müssen Sie Zermatt verlassen. Zur Fastenzeit nämlich treiben im Lötschental die sogenannten Tschäggättä ihr Unwesen, grauenerregende Teufel, große Wesen, breit wie Ochsen, mit zottigem Fell und grausigen Grimassen. Sie jagen durch die Straßen und wen sie erwischen, dem malen sie das Gesicht mit Asche schwarz und treiben noch so allerhand andere böse Streiche. Dieser Brauch stammt noch aus einer Zeit, als das Lötschental im Winter von der Außenwelt abgeschieden war, als die Winter noch so kalt waren, dass alles erfror, was sich in diesen Nächten draußen herumtrieb.

Es heißt, die Tschäggättä entstammten einem alten heidnischen Brauch, mit dem das Böse vertrieben werden sollte. Andere sagen, die Teufel mit den großen, grauenerregenden Masken sollten den Winter vertreiben. Vielleicht ist es aber auch beides. Weitere Erklärungsmöglichkeiten für diesen ungewöhnlichen Brauch, den sich Zermatt-Urlauber nicht entgehen lassen sollten, sprechen von einem christlichen Bußeritual oder von Überfällen der Ureinwohner auf die Alemannen, die sie aus ihren angestammten Gebieten vertrieben hatten. Doch was auch immer der Ursprung dieses Brauchtums ist: Noch immer verkörpern die Tschäggättä etwas ungezügelt Böses, etwas Rohes, Gewalttätiges, Unkontrollierbares. Und auch wenn das Spektakel inzwischen zur Touristenattraktion geworden ist, ist nicht zu übersehen, dass man hier an einem sehr authentischen Brauchtum teilhaben darf. In „Zermatt“:/ selbst gibt es diesen Brauchtum leider nicht, aber die Fahrt ins Lötschental lohnt sich.

Erfahren Sie bei uns mehr über das Brauchtum und die Geschichte von Zermatt.

Siehe auch: Alphorn, Folklore-Festival, Matterhorn-Museum Zermatlantis, Schwarzhalsziege, Veranstaltungskalender Zermatt 2014


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