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Das große Zermattlexikon

Bonatti, Walter

Walter Bonatti (1930 – 2011) war ein bedeutender italienischer Alpinist, ein großer Liebhaber der Berge, Autor und Bildreporter. In Zermatt ist er vor allem im Zusammenhang mit der sogenannten Bonatti-Route über die Nordwand des Matterhorns bekannt. Hier und in anderen Bergsteigerzentren in den Alpen ist Walter Bonatti als einer der begabtesten Bergsteiger aller Zeiten in die Annalen eingegangen. Besonders beachtlich ist die große Anzahl von Erstbesteigungen und neuen Routen, die er bewältigte.

Bonatti stammt aus dem italienischen Ort Bergamo in der Lombardei. Schon früh wandte er sich dem Bergsport zu. Gerade einmal 19 Jahre alt, bezwang er schon einige der schwierigsten Wände der Alpen, kletterte am Grand Capucin, in den Drei Zinnen und am Grandes Jorasses. Mit 28 Jahren gelang ihm die Erstbesteigung des 7.925 Meter hohen Gasherbrum IV in Pakistan. Nach einer herben Enttäuschung am K2 im Himalaya war Walter Bonatti 1954 zum Alleingänger geworden. Er genoss das Alleine- Klettern und schrieb: „Das Schweigen, das meine einsamen Abenteuer begleitete, überfiel mich manchmal mit allen Geheimnissen: aber das Schweigen – das wusste ich inzwischen genau – hieß auch, mir selbst zuzuhören, mit mir zu reden, nachzudenken.“

Das Alleinsein sollte sein Weg zum Erfolg werden: 1955 schrieb er mit seinem sechstägigen Alleingang auf den Südwest-Pfeiler des Petit Dru im Mont-Blanc-Massiv Alpingeschichte. Heute wird der Gipfel nach ihm Bonattipfeiler genannt. 10 Jahre später folgte seine legendäre Solo-Winterdurchsteigung an der Nordwand des Matterhorns. Als erster bewältigte Walter Bonatti die direkte Führe; sechs Tage brauchte er dafür. Die Route wurde bislang nur vier Mal wiederholt: 1994 von Catherine Destiville, 2006 von Ueli Steck, der dafür nur 25 Stunden brauchte und 2011 – nur wenige Wochen nach Bonattis Tod – von zwei jungen Zermatter Bergsteigern, die mit 7 Stunden und 14 Minuten einen unglaublichen Geschwindigkeitsrekord auf der Bonatti-Route aufstellten.

Der Erfolg am Matterhorn war das selbstgewählte Ende seiner bergsteigerischen Karriere. Dennoch blieb Walter Bonatti den Bergen treu. Er schrieb, die Berge hätten ihn geformt und dass er sich für sich selbst keine bessere Welt hätte denken können. „Es gibt bekanntlich keine Berge, die einem gehören; es gibt aber eigene Erfahrungen.“ 2009 wurde Walter Bonatti für sein außergewöhnliches alpinistisches Lebenswerk mit dem Bergsteigerpreis des Piolet d’Or geehrt. Über seine Leidenschaft und sein Leben als Alpinist hat er zahlreiche Bücher verfasst. Am 13. September 2011 starb Walter Bonatti in Rom.

Für weitere Informationen über die Bonatti-Route und die Wände und Grate des Matterhorns, besuchen Sie auch unsere Seite Routen Matterhorn. Lesen Sie mehr über das Matterhorn.

Siehe auch: Aktivurlaub Zermatt, Bergsteigen Zermatt, Matterhorn-Besteigung, Matterhorn-Museum Zermatlantis, Matterhorn-Nordwand, Zermatt


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Walter Bonatti-BUCHTIPP:

Walter Bonatti gilt als einer der größten Alpinisten aller Zeiten und hat sich in Zermatt mit der sensationellen Direktroute über die Nordwand des Matterhorns verewigt. In seinem Buch „Die Berge meines Lebens“ blickt er auf ein erfülltes Bergsteigerleben zurück. Hier bestellen.



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