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Das große Zermattlexikon

Bergführer in Zermatt

Wer zwischen Matterhorn, Monte Rosa und Co. in luftiger Höhe unterwegs sein möchte, sollte dringend in Erwägung ziehen, einen Bergführer aus Zermatt für seine Touren anzuheuern. Selbst erfahrene Bergsteiger, die zum ersten Mal ins Mattertal kommen, können von der Erfahrung und dem Wissen der hiesigen Bergführer nur profitieren. Kurt Lauber, Hüttenwart der Hörnlihütte bei Zermatt weiß genau, dass viele Bergsteiger das nicht hören wollen: „Viele Bergsteiger überschätzen sich und unterschätzen den Berg“, schreibt er in seinem Buch Der Wächter des Matterhorns. „Sie versuchen ihre Ziele zu erzwingen, ohne die Natur zu respektieren. Sie hören nicht auf gut gemeinte Ratschläge. Dabei wäre Zuhören (lebens-)wichtig, gerade dann, wenn die Natur uns etwas sagen will. Wer die Sprache der Natur nicht versteht, sollte einfach auf die Ratschläge der Bergführer und Hüttenwarte hören.“

Die Aufgabe eines Bergführers in Zermatt – und überall auf der Welt – besteht darin, Wanderer, Kletterer oder Bergsteiger gegen Bezahlung verantwortlich im Gebirge zu führen. Obwohl die Bergführer großen, wenn nicht sogar den größten Anteil am Gelingen einer Gipfelexpedition haben, werden sie nur selten in den Berichten der großen Erstbesteigungen erwähnt. Dabei brachte Zermatt mit den Taugwaldern beispielsweise eine große Bergführer-Dynastie hervor. Der Bergführer, ein zumeist staatlich geprüfter Alpinist, verfügt dabei über eine sehr gute Ortskenntnis und weiß um die Gefahren und Tücken der jeweiligen Tour.

Wer sich auf unbekanntem und nicht markiertem Gelände bewegt und selbst nur wenig alpine Erfahrung besitzt, sollte unbedingt auf die fachkundige Unterstützung eines Bergführers zurückgreifen. Trotz eindringlicher Warnungen gibt es aber noch immer viele Bergsteiger, die glauben, auf Hinweise und Ratschläge erfahrener und ortskundiger Bergführer verzichten zu können. Kurt Lauber beklagt in seinem Buch, er habe „es schon viel zu oft erlebt, dass Bergsteiger eine Tour wagen, obwohl [er] ihnen dringend davon [abrät], da die Verhältnisse am Berg schlecht sind und selbst die Bergführer die Tour nicht führen, weil es zu riskant ist.“ Warum, das ist für Lauber ganz klar: „Diese Menschen hören mir gar nicht zu, denn sie glauben, ich gönne ihnen den Gipfel nicht.“

Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Bergführer von Zermatt wollen, dass die Alpinisten die Gipfel sicher und verantwortungsbewusst erreichen. Doch im Gegensatz zu vielen Hobby-Bergsteigern, die nur wenige Tage im Jahr Zeit haben, die Gipfel überhaupt in Angriff zu nehmen, sehen sie nicht im Gipfel das Ziel, sondern im Weg dahin. Jede Tour, von der sie abraten, ist ein Verdienstausfall für sie. Für Kurt Lauber ist das „ein wirklich guter Grund […], die Ratschläge ernst zu nehmen.“ Wenn also ein Bergführer in Zermatt von einer Tour abrät, dann nur, um Ihre Gesundheit und Ihr Leben nicht zu gefährden. Und im Zweifel hören die jungen Bergführer auf die älteren, die über mehr Erfahrung verfügen. Die Hierarchien sind in der Gemeinde der Bergführer von Zermatt ganz klar geklärt. Wenn sie am Morgen von der Hörnlihütte zum Matterhorn aufbrechen, dann gehen „vorne die älteren Bergführer, hinten die jüngsten, dann die nicht Einheimischen und zum Schluss jene Bergsteiger, die ohne Führer gehen.“ Ein paar Jahre Erfahrung können in Höhenlagen über 4.000 Meter einen großen Unterschied ausmachen.

Wenn Sie auf der Suche nach einem Bergführer in Zermatt sind, haben Sie eine große Auswahl. Wählen Sie einen Bergführer, bei dem Sie das Gefühl haben, dass Sie ihm vertrauen können und dessen Anweisungen Sie widerspruchslos entgegennehmen können. Am besten wenden Sie sich dafür an das Alpin Center Zermatt. Dort können Sie sich nach einem geeigneten Bergführer für Ihre Wunschtour erkundigen. Darüber hinaus gibt es in und um Zermatt viele selbstständige Bergführer, die Sie sicher auf die Gipfel von Zermatt bringen.

Die richtige Ausstattung für Ihre Bergtouren finden Sie in unserem Outdoor-Shop Zermatt, wo wir auch Bergsteiger-Ausrüstung für Sie zusammengestellt haben.

Siehe auch: Bruno Jelk, Kurt Lauber, Taugwalder, Ulrich Inderbinen, Alpincenter Zermatt, Zermatt


Interview mit Rudolf Steindl, Berg- und Skiführer in Zermatt:

Was ist für Sie das Beste am Job als Bergführer?
Man konnte sich auf diese Art selbständig machen undgleichzeitig sein Hobby als Haupterwerb umsetzen.

Was macht die Region rings um Zermatt für Bergführer besonders spannend?
Wir haben quasi alle schönen und bekannten Berge mit den verschiedenen Routen vor der Haustür, was weinig Reiseaufwand bedeutet. So kann man die Verhältnisse am Berg immer gut einschätzen. Heimvorteil!!

Welche andere Region der Erde reizt Sie persönlich als Bergsteiger?
Eine meiner Lieblingsregionen sind die Peruanischen Anden mit der Cordillera Huayhuash und Cordillera Blanca.
Dort kann man sich noch ziemlich frei und unkontrolliert bewegen.

Welche Tour in Zermatt ist Ihr persönlicher Favorit?
Für jemanden der Schnee und Eis gerne hat und sich sicher mit Steigeisen bewegen kann: die Monte Rosa-Tour mit all ihren 13 4000ern und das in 3-4 Tagen.

Was war das schönste Erlebnis in Ihrer Laufbahn als Bergführer in Zermatt?
Sehr schwer zu beantworten. Nach so vielen Jahren hat man dermassen viele gute Errinnerungen. Wahrscheinlich als stolzer Vater, als mein Sohn meinen Fusstapfen gefolgt ist.

Woran erinnern Sie sich nur ungern?
An einen persönlichen Unfall, hatte nie etwas gröberes mit einem Gast.

Was ist für Sie das Ärgerliche daran, wenn Bergsteiger ohne Ortskenntnis Ihre Hinweise und Ratschläge in den Wind schlagen und auf einen erfahrenen Bergführer verzichten?
Die Arroganz der meisten,gegenüber dem zahlenden Gast. Sie hängen sich einem dann an die Fersen, bedanken sich aber weder, noch zeigen sie sich auf irgendeine Art erkenntlich.

Mit welchen Argumenten überzeugen Sie einen Bergsteiger, sich doch einem Bergführer anzuschließen, der die geplante Tour leitet?
Sicherheit und sich um nichts kümmern zu müssen. Das steigert sicher für jederman das Erlebniss am Berg.

Gibt es einen allgemeinen Ratschlag, den Sie Bergsteigern in Zermatt mit auf den Weg geben möchten?
Sich an die örtlichen Umstände anzupassen und den Profis den Vortritt zu lassen, aber auch ruhig mal fragen. Dadurch kann man schon viel unnötigen Stress vermeiden.A ber auch das Verhalten in den Hütten hat sich stark verschlechtert. Man vermisst manchmal die wünschenswerte Ruhe, besonders die Nachtruhe.

Vielen Dank für das Interview, Herr Steindl, und weiterhin tolle Erlebnisse in den Bergen von Zermatt.

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