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Das große Zermattlexikon

Vergandung

Als Vergandung wird jener allmähliche Prozess bezeichnet, der eintritt, wenn Bergwiesen nicht mehr gemäht werden. Werden die Wiesen nicht mehr bearbeitet, erobert sich die Natur den Ort zurück und verwildert. Im ersten Schritt der Vergandung wachsen dornige Sträucher, die die Wiesen vor Tieren schützen sollen, später kommen größere Sträucher hinzu, so zum Beispiel der Schwarzdorn, die wiederrum den sich langsam entwickelnden Bäumen Schutz bieten. Wird der Prozess der Vergandung in den Alpen nicht unterbrochen, entwickelt sich so innerhalb von 40 bis 50 Jahren ein nahezu undurchdringlicher Bergurwald.

Was Befürworter der Renaturierung und Umweltschützer willkommen heißen würden, stellt aber für die Alpen ein großes Problem da. Zum einen würde die Vergandung in Tourismusregionen wie Zermatt für große Probleme sorgen. Der Tourismus in Zermatt ist auf gepflegte Naturlandschaften ausgelegt: Wer nach Zermatt reist, möchte sich nicht durch einen Urwald schlagen müssen, sondern durch blühende Alpenwiesen wandern. Ein weiteres Problem ist die Vergandung im Bezug auf die Artenvielfalt. Forschern der ETH Zürich zufolge hat der Mensch durch die vielfältige Bewirtschaftung der Alpen in den vergangenen 7.000 Jahren sehr dazu beigetragen, dass sich unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten entwickeln konnten. Verschwinden nun diese verschiedenen Lebensräume, an die sich die Tiere und Pflanzen in zwischen so gut angepasst haben, sterben diese Arten auch aus.

Siehe auch: Fauna Zermatt, Flora Zermatt, Tierwelt Zermatt


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