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Das große Zermattlexikon

Umweltschutz in Zermatt

Umweltschutz wird im Luftkurort Zermatt besonders großgeschrieben. So ist es dem Ort zum Beispiel glücklicherweise gelungen, sich entgegen aller Widerstände seit Jahrzehnten als autofreie Zone zu behaupten. Obwohl Zermatt einer der beliebtesten Wintersportorte der Welt ist, haben die Zermatter Möglichkeiten gefunden, den Verkehr aus der Stadt heraus zu halten.

Eine weitere Maßnahme zum Umweltschutz in Zermatt ist der Einsatz der zahlreichen modernen Bergbahnen. 2002 initiierte die Zermatt Bergbahnen AG ein Konzept mit dem Namen „Nachhaltige Skigebiete Zermatt“, in dem Konfliktpunkte zwischen Bauprojekten und Natur aufgezeigt werden sollten. Um die Schönheit der Landschaft rings um Zermatt zu erhalten, bemüht man sich nun zum Beispiel, ökologisch wertvolle Flächen bei der Linienführung auszusparen. Auch im umweltfreundlichen hochalpinen Bauen setzt Zermatt Standards. So nehmen zum Beispiel das Nullenergie-Restaurant auf dem Klein Matterhorn und die Neue Monte Rosa-Hütte in Sachen Umweltschutz eine Spitzenposition ein.

Wiederbegrünung als Teil des Umweltschutzes in Zermatt

Darüber hinaus legt Zermatt großen Wert auf die Wiederbegrünung von Hochgebirgsbaustellen und war dafür 2013 sogar für den Begrünerpreis der Arbeitsgruppe Hochlagenbegrünung nominiert, der alle zwei Jahre vergeben wird. So wurde zum Beispiel beim Bau der Beschneiungsanlagen auf der Tufternalp ganz genau darauf geachtet, die oberste Humusschicht mitsamt der Vegetation sorgfältig abzutragen. Während der Bauarbeiten wurde das abgetragene Material geschützt neben der Baustelle gelagert, um dann anschließend wieder an seinem alten Platz verlegt zu werden. Schon ein Jahr später hatte sich die Vegetation hier weitgehend erholt. Fünf Jahre später hatte die Natur die Baustelle gänzlich vergessen. Das ist äusserst wichtig, denn die Vegetation oberhalb der Baumgrenze ist so empfindlich, dass sie unwiederbringlich verloren ist, wenn sie einmal zerstört ist.

Das Engagement für den Umweltschutz in Zermatt, dem sich allen voran auch Kurdirektor Daniel Luggen verschrieben hat, wird denn auch gewürdigt: Bei der Preisverleihung des Begrünerpreises ging Zermatt als einer von zwei Ausgezeichneten hervor. In der Begründung der Jury heißt es: „In Zermatt haben die Verantwortlichen mehrere erfolgreiche Maßnahmen miteinander kombiniert: Sie verwendeten lokale Rasenziegeln wieder, sie führten standortgerechte Begrünungen mittels lokalem Saatgut aus hohen Lagen durch und orientierten sich dabei an einem in den letzten 10 Jahren aufgebauten Schadensinventar des Skigebiets. Dafür haben sie detailliert die Schäden früherer Jahrzehnte (alte Lifte etc.) inventarisiert und nach und nach zurückgebaut bzw. ausgebessert. Die Zermatt Bergbahnen haben damit beispielhaftes Engagement für Nachhaltigkeit im Tourismus gezeigt.“

Umweltschutz in Zermatt mit der Strategie 2018

Weitere Maßnahmen zum Umweltschutz in Zermatt wurden im Rahmen der Strategie 2018 beschlossen. Die Erklärung, die die Burgergemeinde von Zermatt, die Matterhorn Gotthardbahn, die Zermatt Bergbahnen AG, der Hotelier-Verein Zermatt, der Gewerbeverein und Zermatt Tourismus im März 2013 unterschrieben haben, legt unter anderem Schutzmaßnahmen für Umwelt, Dorf- und Landschaftsbild fest und verpflichtet alle Unterzeichnenden dazu, die Nutzungen den Prinzipien der Nachhaltigkeit unterzuordnen. Das gilt auch für die geplante Verkehrserschließung: Überall ist die Umweltfreundlichkeit oberste Maxime. Für die Destination ist die Strategie 2018 in vielerlei Hinsicht ein gutes Zeichen, weil sie zeigt, dass der Umweltschutz in Zermatt auch in Zukunft eine große Rolle spielen wird. Hier hat man erkannt, dass auch die Positionierung der Marke „Zermatt-Matterhorn“ als Premium-Destination – als erklärtes Ziel des Beschlusses – keinesfalls zu Kosten der Umwelt und der einzigartigen Gebirgsnatur am Matterhorn gehen darf.

Dennoch war man in Zermatt empört, als die eidgenössische Naturschutzkommission im Mai 2013 ein Gutachten vorlegte, in dem die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) dem Bund vorschlug, Heliskiing und touristische Flüge im Monte Rosa-Gebiet zukünftig zu verbieten. Der ENHK zufolge beeinträchtigten die Flüge das Schutzziel, die Ruhe und Stille in dieser „nahezu unbelasteten“ Hochgebirgslandschaft „schwerwiegend“. Doch gerade darauf hatte man in der Strategie „Zermatt 2018“ gesetzt: Heliskiing als einer der wichtigen Pfeiler, mit denen Zermatt seinen Ruf als eine der Top-Skidestinationen der Welt verteidigen wollte. Der Gemeindepräsident Christoph Bürgin (CVP) warf der ENHK im „Walliser Boten“ vor, Schutzziele geltend zu machen, „die sich weder im Bundesinventar noch im Objektblatt zum Monte-Rosa-Gebiet oder den BLN-Richtlinien finden ließen.“ Der Gemeinderat erwäge nun deshalb, den Schutzstatus Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN), den der Monte Rosa seit mehr als 30 Jahren innehat, fallen zu lassen, hieß es im “Tagesanzeiger”. Es wäre jedoch recht untypisch für die Region, in einer solchen Entscheidung die touristischen Interessen vor die Interessen des Umweltschutzes in Zermatt zu stellen.

Auch Sie selbst können übrigens als Urlauber in Zermatt mit einem verantwortungsvollen Verhalten Ihren wichtigen Teil zum Umweltschutz in Zermatt beitragen und so helfen die einmalige Landschaft rund um das Matterhorn zu erhalten.

Siehe auch: Autofreies Zermatt, Bergbahnen Zermatt, Burgergemeinde Zermatt, Energiepreis Watt d’Or für Zermatt, Klein Matterhorn, Daniel Luggen, Matterhorn, Monte Rosa, Nachhaltigkeit Zermatt, Naturschutzzonen Zermatt, Neue Monte Rosa-Hütte, Nullenergie-Gebäude, Wallis, Verantwortungsbewusstes Reisen, Zermatt


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