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Das große Zermattlexikon

Schwarznasenschaf

Das Schwarznasenschaf ist eine im Wallis heimische Schafsrasse, die perfekt an die Bedingungen der Walliser Alpen angepasst ist. Ihren Namen verdanken die Schafe ihrer charakteristischen schwarzen Fellpartie an Nase, Augen und Ohren, aber auch an den Knien, Sprunggelenken und Füßen. Sonst ist ihr Fell dicht und weiß. Sogar an den Beinen und im Gesicht sind die Schwarznasenschafe bewollt. Damit tragen die Tiere den kalten Temperaturen und rauen Winden im Hochgebirge der Walliser Alpen Rechnung. Auch ihr Körperbau, ihre Langgliedrigkeit, ihre robuste Natur und ihre raue Wolle prädestinieren die Schwarznasenschafe zum Leben in den Bergen von Zermatt. Sie sind gute Kletterer und können sich auch an steilen, steinigen Hängen frei bewegen. Beste Voraussetzungen also für ein Leben in den Bergen von Zermatt. Deshalb wird das Schwarznasenschaf auch schon seit dem 15. Jahrhundert im Wallis gezüchtet.


Die heutigen Schwarznasenschafe teilen noch viele Merkmale mit den einstigen Urschafen. Da sie somit nicht den Bedürfnissen des modernen Marktes entsprechen – wie etwa das genetisch optimierte Weiße Bergschaf, das 5% mehr Fleisch und auch wesentlich mehr Wolle liefert – waren die Walliser Schwarznasenschafe jedoch in den 1960er Jahren stark vom Aussterben bedroht. Liebhaber dieser ursprünglichen Schafsrasse sorgten jedoch dafür, dass das Walliser Schwarznasenschaf 1962 als Rasse anerkannt und 1964 in den Schweizer Schafzuchtverband aufgenommen wurde. Einer von ihnen ist der Zermatter Hotelier Rudi Julen, der schon im Alter von 14 Jahren sieben Lämmer kaufte und mit seinem Bruder einen der größten Schafzuchtbetriebe in Zermatt begründete. Heute haben die Brüder Julen 200 Schafe und schwören auf die schönen Tiere und ihren Nutzen für die Bergwelt von Zermatt.

Mit zunehmendem Bewusstsein für die Walliser Traditionen erfreute sich auch das Schwarznasenschaf einer immer größeren Beliebtheit und ist heute auch rings um Zermatt immer wieder anzutreffen. Vielerorts kann man einheimische Spezialitäten aus Lammfleisch genießen, darunter Salami, Brautwurst, Hauswurst und Trockenfleisch. Und auch das Fell der Schafe findet Verwendung und hält die Urlauber in Zermatt an kalten Winterabenden so richtig warm. Zermatt hat das Schwarznasenschaf inzwischen sogar zu seinem Maskottchen gemacht: Überall, wo Sie heute in Zermatt auf Wolli, das Schwarznasenschaf, treffen, engagieren sich Betriebe ganz besonders für Familien mit Kindern.

Übrigens findet jedes Jahr am dritten Sonntag im September das große Schäferfest statt: Hier können Sie die Schwarznasenschafe aus allernächster Nähe erleben und die Kinder können mit den Tieren über die Wiese tollen. Mehr über die Haustierrassen von Zermatt erfahren Sie auf unserer Seite Fauna Zermatt.

Siehe auch: Flora Zermatt, Kinder in Zermatt, Maskottchen Zermatt, Schwarzhalsziege, Tierwelt Zermatt, Wildtiere Zermatt, Wolli


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