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Das große Zermattlexikon

Saumwege bei Zermatt

Als Saumwege wurden im Mittelalter jene Pfade in den Alpen bezeichnet, die zu steil waren, um mit Wagen oder Gespannen befahren zu werden. Stattdessen übernahmen Säumer mit ihren Saumtieren – Pferd, Maulesel oder Maultier – den Gütertransport über die schmalen, unwegsamen Pfade. Die Säumer transportierten auf diese Weise zumeist Salz von Norden nach Süden über die Alpen und Wein vom Süden in den Norden.

Aber auch Seide, Samt, Reis, Korn, Brokat, Wolle, Käse und Öl gehörten zu den Gütern, die die Säumer an den Packsätteln ihrer Tiere befestigten. Auch im Umkreis von Zermatt gibt es noch zahlreiche Saumwege, die von Wanderern noch heute benutzt werden. So führte beispielsweise ein einfacher Saumpfad von Zermatt nach St. Niklaus, einst der einzige Zugang nach Zermatt, bis Ende des 19. Jahrhunderts die Visp-Zermatt-Bahn erbaut wurde. Noch heute führt der alte Saumpfad etwa 60 Meter oberhalb der Bahnlinie entlang.

Noch heute ist dieser Weg bei Wanderern aus Zermatt sehr beliebt, auch wenn auf der gegenüberliegenden Talseite inzwischen eine neu gebaute Straße ins Nikolaital führt. Ein weiterer alter Saumpfad verläuft zwischen Zermatt und Breuil-Cervinia über den 3.301 Meter hohen Theodulpass. Auch dieser alte Weg ist heute vor allem bei Wanderern beliebt, die abseits der belebten Straßen das ursprüngliche Wallis erkunden wollen.

Ein Highlight für Wanderer ist der große Walserweg zwischen Zermatt und Mittelberg. Auf insgesamt 35 Tagesetappen folgen Sie den Spuren der Walser über die Alpen und nutzen hierfür uralte Saumpfade. Sie passieren 14 Gebirgsgruppen und erleben auf den Saumpfaden ursprüngliche Naturlandschaften, wie sie kaum woanders noch in den Alpen vorkommen.

Weitere Wanderwege rings um Zermatt finden Sie auf unserer Seite Zermatt Wanderwege.

Siehe auch: Breuil-Cervinia, Großer Walserweg, St. Niklaus, Theodulpass, Zermatt Geschichte


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