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SAC-Berg- und Hochtourenskala

Die SAC-Berg- und Hochtourenskala ist eine vom Schweizer Alpen-Club (SAC) festgelegte Schwierigkeits-Skala, anhand derer hochalpine Fels- und Eistouren klassifiziert werden können. Die Skala unterteilt sich in sieben Abschnitte von leicht (L/ F) bis extrem schwer (EX/ ABO) bzw. für Firn und Gletscher von „I“ bis „VII“. Das zweite Kürzel bezieht sich dabei jeweils auf die französische Bezeichnung. Als „leichte“ Felstouren (L/ F) werden in der SAC-Berg- und Hochtourenskala Touren in einfachem Klettergelände klassifiziert. Diese einfachste Form des Felskletterns erfordert lediglich den Gebrauch der Hände und keine zusätzlichen Ausrüstung.

Das Prädikat „wenig schwierig“ (WS/ PD) erhalten Touren an übersichtlichen Kletterstellen, die lediglich einfache Griff- und Trittkombinationen (z.B. die „Drei-Punkt-Regel“) erfordern. Für „ziemlich schwierige“ Touren (ZS/ AD) ist eine routinierte Seilhandhabung und ein guter Routensinn erforderlich, denn die Strecke führt über lange und exponierte Kletterstellen. Kletterstellen, die eine häufige Standplatzsicherung erforderlich machen, werden als „schwierig“ (S/D) eingestuft. Sie bedürfen einer wirklich effizienten Seilhandhabung.

Eine durchgehende Standplatzsicherung ist bei Kletterstellen mit der Einstufung „sehr schwierig“ (SS/ TD) notwendig. Hier werden Wandrouten oder große Gratrouten bewältigt, die anspruchsvolle und anhaltende Kletterpassagen beinhalten. Sehr schwierige Touren gehören zu den großen Unternehmungen der Alpen. Noch größeres Engagement erfordern die als „äußerst schwierig“ (AS/ ED) gekennzeichneten Kletterrouten, die hauptsächlich Wanddurchstiege beinhalten. Für die „extrem schwierigen“ (EX/ ABO)-Touren gibt es schon gar keine wörtliche Entsprechung mehr. Sie können nur von sehr erfahrenen, sehr gut ausgebildeten und ausgestatteten Bergsteigern bewältigt werden.

Im Eis erfolgt die Einstufung auf der SAC-Berg- und Hochtourenskala in römischen Ziffern von I bis VII. Während „I“ einfache Firnhänge bezeichnet, die kaum Spalten aufweisen, meint „II“ bereits steilere Hänge mit kurzen steileren Passagen. Ab „III“ erwarten Sie steilere Hänge, die des Öfteren eine Standplatzsicherung notwendig machen. Bei „IV“ müssen Sie mit sehr steilen Hängen, vielen Spalten und großem Bergschrund rechnen. Der Rückzug ist jetzt nur noch selten möglich. Bei anhaltendem Steilgelände spricht man von Grad „V“. Sehr steile, senkrechte Stellen, die Eiskletterei erfordern, werden mit „VI“ gekennzeichnet. Für die siebte Stufe gibt es auch im Eis keine wörtliche Entsprechung mehr.


Übersicht Fels- und Eisklettern nach SAC-Berg- und Hochtourenskala:

Grad Felsklettern Grad Eis, Firn und Gletscher Beispiele bei Zermatt
L/F Leicht, keine Ausrüstung erforderlich I einfache Firnhänge Breithorn
WS/ PD wenig schwierig, einfache Griff- und Trittkombinationen II steilere Hänge mit kurzen steileren Passagen Aletschhorn Normalroute
ZS/ AD wenig schwierig, einfache Griff- und Trittkombinationen III steilere Hänge, die des Öfteren eine Standplatzsicherung notwendig machen Matterhorn Hörnligrat
S/ D Schwierig, häufige Standplatzsicherung IV steile Hänge, viele Spalten und großer Bergschrund Matterhorn
SS/ TD sehr schwierig, durchgehende Standplatzsicherung V anhaltendes Steilgelände Matterhorn Furggengrat
AS/ ED äußerst schwierig, hauptsächlich Wanddurchstiege VI Sehr steile, senkrechte Stellen, die Eiskletterei erfordern Breithorn-Nordwand
EX/ ABO extrem schwierig, nur von routinierten, sehr erfahrenen Alpinisten zu bewältigen VII extrem schwierig, nur von routinierten, sehr erfahrenen Eiskletterern zu bewältigen Nur Eiger -Nordwand

Siehe auch: Aletschhorn, Aletschhorn Normalroute, Bergsteigen Zermatt, Breithorn-Nordwand, Furggengrat, Klettern Zermatt, Klettertouren Zermatt, SAC, Schweizer Alpen-Club, Wellenkuppe, Zmuttgrat


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