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Das große Zermattlexikon

Mattmarkstausee

Der Mattmark-Stausee ist ein See bei Saas-Fee, der in 2.197 Metern über dem Meeresspiegel am Ende des Saastals liegt. Bevor der Stausee 1967 fertiggestellt wurde, gab es auf dem Gebiet einen kleinen Bergsee, der sich aus dem Schmelzwasser des Schwarzberggletschers und aus dem Stafelbach speiste. Bis in das 17. Jahrhundert hinein hatte die Westflanke des Allalingletschers eine natürliche Barriere gebildet, die den See in einen natürlichen Gletscherstausee verwandelte. Als der Gletscher jedoch abschmolz, kam es zu Seeausbrüchen mit katastrophalen Folgen. Drei Mal (1633, 1680 und 1772) überflutete der Bergsee die Dörfer und Weiden des Saastals, zerstörte Häuser, tötete Menschen und Tiere.

Um 1900 herum beschloss man deshalb, einen unterirdischen Abflusskanal zu bauen, der solche Katastrophen künftig verhindern sollte. Es fehlten jedoch die Mittel, um den Plan in die Tat umzusetzen. Erst 1959 wurden in Saas-Fee die Kraftwerke Mattmark AG gegründet, die den Bau des Staudammes endlich in Angriff nahmen. In fünfjähriger Arbeit (1960 – 1965) wurde der höchste Erdschüttdamm der Schweiz (Höhe: 120 Meter) errichtet. Der Mattmark-Stausee, der dahinter aufgestaut ist, hat eine Fläche von 1,76 km² und eine maximale Tiefe von 93 Metern. Auch der Bau des Staudammes am Mattmarksee selbst hat Opfer gefordert: Am 30. August 1965 kam es am Allalingletscher zu einem Gletscherabsturz, der 88 Bauarbeiter unter den eisigen Massen begrub. Nicht einer von ihnen konnte gerettet werden. Und so ist der Mattmark-Stausee auch der See in der Schweiz, der die meisten Todesopfer forderte.

Landschaftlich ist er allerdings sehr schön – und auch ein lohnenswertes Ausflugsziel ab Zermatt. Die Wanderung um den Mattmark-Stausee gilt als angenehme, leichte Wandertour, für die Sie etwa 2,5 Stunden einplanen sollten. Umgeben von einer reichen Flora wartet der Mattmark-Stausee nämlich mit vielen interessanten Entdeckungen am Wegesrand auf. Vor allem an heißen Sommertagen empfiehlt sich diese Wandertour. Durch den steten Wasserzufluss aus den Bergen ist die Luft rings um den Stausee angenehm kühl. Das Rauschen begleitet den Wanderer während der gesamten Tour und bildet eine beruhigende Geräuschkulisse. Die hervorragende Qualität des Wanderweges macht das ganze Erlebnis dann zu einem Genuss.

Wenn Sie den Mattmark-Stausee umrunden wollen, fahren Sie am besten von Visp über Stalden und Saas-Grund nach Mattmark. Von der Staumauerkrone folgen Sie dem Wanderweg am Westufer des Sees entlang zur Distelalp und dann am Ostufer zurück zum Staudamm. Ein Restaurant lädt dort zum Rasten und Verschnaufen ein. Wer möchte – und die richtige Ausrüstung und Kondition hat – kann die Wanderung um den Mattmark-Stausee um eine Bergtour auf den Monte-Moro-Pass (ca. 3 Stunden) erweitern. Wenn Ihnen das immmer noch nicht genug ist, machen Sie eine Tagestour daraus und wandern Sie über den Pass nach Macugnaga.

Auf unserer Seite Ausflugsziele Zermatt haben wir weitere Anregungen für Sie zusammengestellt.

Siehe auch: Allalingletscher, Bergseen Zermatt, Gletscher, Gletscherschmelze, Gletscher Walliser Alpen, Monte Moro Pass, Saas-Almagell, Saas-Balen, Saas-Fee, Saas-Grund, Saastal, Wallis, Zermatt


Blick auf das Panorama rings um den Mattmarkstausee bei Saas-Fee

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