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Matterhorn-Höhe

Die Matterhorn-Höhe wird allgemein mit 4.478 Metern über dem Meeresspiegel angegeben. Damit liegt es auf Platz 13 der höchsten Berge Europas. In den Walliser Alpen wird die Matterhorn-Höhe nur noch von Täschhorn, Weisshorn, Liskamm, Dom und Dufourspitze übertroffen. 1999 veranlasste der italienische Geologieprofessor Giorgio Poretti eine Neuvermessung des Matterhorns. Hierfür brachte er ein GPS-Vermessungsgerät auf dem Gipfel an und platzierte LEICA GPS500-Systeme auf Vermessungspunkten in den beiden Talseiten. Die Vermessung aller Bezugspunkte erfolgte mit optischer Lasertriangulation.

Einen ähnlichen Aufwand wie für die Ermittlung der exakten Matterhorn-Höhe betrieb man bislang nur am Mount Everest und am Kilimandscharo. Als dritter Gipfel innerhalb des Globalen Positionierungs Systems ist nun das Matterhorn millimetergenau vermessen: Die exakte Matterhorn-Höhe beträgt demnach 4.477,54 Meter. Dennoch wird offiziell weiterhin auf 4.478 Meter aufgerundet. Diese exakte Vermessung erlaubt es den Forschern jedoch, Höhen- und Lageveränderungen dieses markanten Landmarks ganz genau zu verfolgen. Das ist vor allem deshalb relevant, weil die Geologen erkannt haben, dass die Alpen immer noch im Wachsen begriffen sind.

Die erste Ermittlung der Matterhorn-Höhe erfolgte in den 1920er Jahren. Damals hatte man eine Höhe von 4.477,50 Metern festgestellt. Der Zermatter Geometer Klaus Aufdenblatten erklärt diesen Unterschied jedoch damit, dass die „Messungenauigkeit der zeitaufwendigen optisch-mechanischen Triangulations-Technik auf diese Distanzen noch mehrere Dezimeter“ betrug. Dennoch hatte das Matterhorn Glück: Während das Matterhorn sogar wenige Zentimeter größer ist, als bisher angenommen, erfuhren der Mount Everest und der Kilimandscharo numerische Rückstufungen. So war der höchste Berg der Erde bislang mit 8.848 Metern angegeben worden, bevor man die exakte Höhe auf 8.846 Metern ermittelte. Der Kilimandscharo war in Folge der exakten Vermessung von 5.895 auf 5.892 heruntergestuft worden.

Die exakte Neubestimmung der Matterhorn-Höhe gilt unter Vermessungsexperten als symbolischer Moment in der Geschichte der Vermessungstechnik. Noch 1902 hatte der Topograph und Konstrukteur Heinrich Wild hier mit uralten Vermessungsinstrumenten die nahegelegenen Dents-du-Midi vermessen und daraufhin eben jene Instrumente entwickelt, die auch heute noch zum Einsatz kommen, allen voran den Wild T2, der auch jetzt von Giorgio Poretti verwendet wurde.

Auf Zermattportal.de finden Sie auch viele weitere interessante Informationen über das Matterhorn.

Siehe auch: Matterhorn Besteigung, Zermatt


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