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Das große Zermattlexikon

Matterhorn Besteigung

Eine Matterhorn Besteigung steht auf der Wunschliste vieler Alpinisten aus aller Welt. Bevor es Edward Whymper 1865 schließlich gelang, den Gipfel der „Pyramide Gottes“ zu erreichen, scheiterten schon hunderte von Alpinisten bei dem Versuch, diesen einzigartigen Berg zu bezwingen. Auch über 150 Jahre nach der Erstbesteigung des Matterhorns ist eine Matterhorn Besteigung noch immer ein ganz besonderes Highlight im Leben jedes Bergsteigers. Und sie sollte jedoch nicht unterschätzt werden: Seit 1865 sind über 450 Bergsteiger am Matterhorn ums Leben gekommen, mehr als an jedem anderen Berg der Erde.

Dies liegt zumeist daran, dass das Matterhorn nicht als jener technisch anspruchsvolle Berg wahrgenommen wird, der er ist. Auf Grund der hohen Frequentierung des Berges wagen sich immer wieder Bergsteiger an die Besteigung des Matterhorns, die dessen Herausforderungen nicht gewachsen sind. Oftmals vergessen Bergsteiger im Angesicht dieses Berges, dass das Matterhorn einer der schwierigsten Berge der Alpen ist, der absolute Trittsicherheit, Fitness und Erfahrung erfordert. Wer das Matterhorn besteigen will, sollte unbedingt über Erfahrung im Felsklettern mit und ohne Steigeisen verfügen. Selbst geübten Bergsteigern wird für die Besteigung des Matterhorns empfohlen, einen Bergführer zu buchen. Er kennt die Normalroute – die ohne ausreichende Ortskenntnis nur sehr schwer zu finden ist – und weiß um die Gefahren und Tücken des Berges.

In seinem Buch Der Wächter des Matterhorns erzählt Kurt Lauber, der Hüttenwart der Hörnlihütte am Matterhorn: „Viele Bergsteiger überschätzen sich und unterschätzen den Berg. Sie versuchen ihre Ziele zu erzwingen, ohne die Natur zu respektieren. Sie hören nicht auf gutgemeinte Ratschläge. Dabei wäre das Zuhören (lebens-)wichtig, gerade dann, wenn die Natur uns etwas sagen will. Wer die Sprache der Natur nicht versteht, sollte einfach auf die Ratschläge der Bergführer und Hüttenwarte hören.“ Lauber bemerkt jedoch auch, dass die Anzahl der Freizeitsportler, die mit Bergführer die Matterhorn Besteigung wagen, in den letzten Jahren stark angestiegen ist und dass in Folge dessen die Anzahl der Todesfälle und schweren Unfälle deutlich zurückgegangen ist. Dennoch sind pro Jahr etwa 140 Rettungseinsätze (vor allem im Juli und August) zu bewältigen, von denen nicht alle glücklich ausgehen. Als besonders tückisch erweisen sich dabei Lawineneinsätze, Gletscherspaltenstürze, blockierte und vermisste Bergsteiger. All das sind Gefahren, denen Sie bei einer Matterhorn Besteigung ausgesetzt sind. Nehmen Sie diesen Gipfel deshalb niemals leichtfertig in Angriff.

Schon frühzeitig sollten die Bergsteiger zuhause mit den Vorbereitungen für die Matterhorn Besteigung beginnen. Außerdem empfiehlt es sich, schon einige Tage vor der geplanten Tour nach Zermatt anzureisen. So haben Sie die Möglichkeit, in vergleichbarem Gelände zu trainieren, sich an die Höhenluft zu gewöhnen und haben gegebenenfalls ein bis zwei Ausweichtermine, falls das Wetter nicht mitspielt. Die beste Zeit für die Matterhorn Besteigung liegt übrigens zwischen Juli und Mitte September. Wann Sie den Aufstieg aber tatsächlich wagen können, hängt immer von der aktuellen Wetterlage ab. Wenn Sie das Matterhorn von Zermatt aus besteigen, ist die Hörnlihütte der Ausgangspunkt für die Tour. Hier treffen Sie am Vorabend der Besteigung auf Ihren Bergführer, der die Einzelheiten der Tour mit Ihnen durchgeht und mit Ihnen zusammen die notwendigen Vorbereitungen trifft.


CHECKLISTE Matterhorn Besteigung:

  • GoreTex-Jacke und-Hose
  • Windstopper-Pullover
  • Warme, gefütterte Handschuhe
  • Mütze
  • Sonnencreme
  • Passende Steigeisen
  • Klettergurt
  • Helm
  • Stirnlampe
  • Einen Liter zu trinken
  • Zwischenverpflegung

Nach einer kurzen Nacht auf der Hütte weckt Kurt Lauber dann die Bergsteiger und Bergführer und noch lange vor Sonnenaufgang beginnt der Aufstieg. Der Normalweg für die Matterhorn Besteigung führt über den Hörnli- bzw. Nordostgrat und wird als „ZS+“ bzw. „III+“ klassifiziert, das heißt „ziemlich schwierig“. Der Aufstieg auf das Matterhorn über den Normalweg dauert etwa 5 bis 6 Stunden und sollte von der Hörnlihütte (3.260m ü.M.) aus begangen werden. Unterwegs steht Bergsteigern die Notunterkunft Solvayhütte zur Verfügung. Sie wurde jedoch nicht als reguläre Berghütte errichtet, sondern darf wirklich nur in Notfällen genutzt werden.Die Route über den Hörnligrat war es auch, die Edward Whymper und seine Begleiter 1865 zur Erstbesteigung des Matterhorns nutzten.

Weitere Routen auf das Matterhorn sind die Besteigung über den Zmutt- bzw. Nordwestgrat (Schwierigkeitsgrad: S, IV schwierig; Dauer: 6 – 7 Stunden), über den Furggen- bzw. Südostgrat (Schwierigkeitsgrad: SS, V+ sehr schwierig; Dauer: 7 Stunden) und den Lion- bzw. Südwestgrat (Schwierigkeitsgrad: ZS+, III+ ziemlich schwierig; Dauer 4- 5 Stunden). Darüber hinaus ist es auch möglich, das Matterhorn über die Wände zu besteigen. Die steilste und beeindruckendste Wand ist die Nordwand des Matterhorns, die erstmals 1931 durch die Brüder Franz und Toni Schmid bestiegen wurde. Etwa 14 Stunden braucht es für die Felsenkletter-Tour mit dem Schwierigkeitsgrad SS bzw. V. Die wohl größte Herausforderung ist jedoch die Südwand mit ihrem Schwierigkeitsgrad SS+ bzw. V+, für die Sie etwa 15 Stunden einplanen sollten.

Auf Zermattportal.de finden Sie viele weitere Informationen zum Matterhorn, zur Erstbesteigung des Matterhorns und zu den Routen aufs Matterhorn.

Siehe auch: Alpincenter Zermatt, Andreas Steindl, Bergführer Zermatt, Bergsteigen Zermatt, Edward Whymper, Hörnlihütte, Kurt Lauber, Matterhorn Hörnligrat, Nordwand Matterhorn, Solvayhütte, Wallis, Zermatt


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