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Das große Zermattlexikon

Eisenbahnen Zermatt

Die Geschichte der Eisenbahn in Zermatt beginnt mit der Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ), einer meterspurigen Schmalspurbahn, die 1891 als Visp-Zermatt-Bahn eröffnet wurde. Diese erste Eisenbahn, die das verschlafene Bergdörfchen Zermatt mit dem Rest der Welt verbinden sollte, trug der wachsenden Zahl von Besuchern Rechnung, die nach der Erstbesteigung des Matterhorns durch Edward Whymper nach Zermatt kamen. Bis 1891 war der Ort nur durch einen langwierigen und strapaziösen Fußmarsch durch das nur wenig wirtliche Mattertal zu erreichen. Die Touristen jedoch hielt das nicht ab und so entschloss man sich zur Errichtung einer Eisenbahnlinie, die Zermatt mit dem Rhonetal verbinden sollte.

Die Planungsarbeiten für die Visp-Zermatt-Bahn begannen schon im Jahr 1886. Zunächst war nur der Verkehr in den Sommermonaten vorgesehen. Der Gefahr eines strengen Hochgebirgswinters wollte man weder Technik noch Passagiere der ersten Eisenbahn von Zermatt aussetzen. Es folgten umfangreiche Vermessungsarbeiten des Mattertals im Jahr 1887 und ein Jahr später schließlich der Baubeginn. Der Westschweizer Bauunternehmer Julius Cahppius übernahm die Bauausführung – keine leichte Aufgabe in Anbetracht langwieriger und komplizierter Landenteignungsverfahren und fehlender Infrastrukturen zum Transport des Baumaterials.

Der erste Teilabschnitt dieser Eisenbahn bei Zermatt, zwischen Visp und Stalden, wurde am 3. Juli 1890 eröffnet; die Gesamtstrecke bis Zermatt folgte am 18. Juli 1891. Bald schon erkannte man in der Folgezeit die Bedeutung des Wintersports für Zermatt und die Region und entschied, die Bahn auch im Winter in Betrieb zu halten.

1927 blieben die Hotels von Zermatt erstmals auch den Winter über geöffnet und die Visp-Zermatt-Bahn nahm 1928 den fahrplanmäßigen Winterbetrieb auf. Immer wieder sorgten jedoch Lawinen dafür, dass der Verkehr eingestellt werden musste. Erst 1933 waren genügend Schutzbauten errichtet worden, um den planmäßigen Eisenbahnverkehr zwischen Visp und Zermatt bewerkstelligen zu können. Drei Jahre zuvor, 1930, war auch endlich der Anschluss nach Brig eröffnet wurden. Für die Eisenbahnen in Zermatt brach damit das goldene Zeitalter an.

Im gleichen Jahr – 1930 – nahm übrigens auch der Glacier Express seinen Betrieb zwischen Zermatt und St. Moritz auf. 11 Stunden dauerte die erste Fahrt am 25. Juni 1930 mit 70 geladenen Gästen. Es war eine Sternstunde in der Geschichte der Eisenbahnen von Zermatt. Seit 1993 fahren die Züge des Glacier Express übrigens auch als Panoramawagen und bieten ihren Fahrgästen damit ein absolut unvergessliches Eisenbahnabenteuer.

Erst seit 1962 hieß die erste Eisenbahn Zermatts dann auch endlich Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ), allerdings nur für kurze Zeit: Heute heißt sie Matterhorn-Gotthard-Bahn und entstand aus der Fusion von BVZ mit der Furka-Oberalp-Bahn (FO) im Jahr 2003. Nachdem 1930 bereits Visp und Brig verbunden worden waren, dauerte es nämlich noch mehr als 70 Jahre, bis sich auch die beiden Unternehmen endlich zur Zusammenarbeit entschlossen. Ziel der Fusion war eine bessere und fahrgastfreundlichere Erschließung der Alpen rings um Zermatt und die Etablierung einer wahren „Erlebnisbahn“, die für sich allein schon eine Fahrt wert ist. Das neue Unternehmen initiierte weitere Bauprojekte im Zusammenhang der Brig-Zermatt-Verbindung, darunter den Bau des Täsch Terminals, den Ausbau des Bahnhofs von Visp als Verkehrsknotenpunkt und des Briger Hochbahnhofs. Heute sorgen etwa 500 Mitarbeiter für einen reibungslosen Ablauf auf der 144 Kilometer langen Strecke der Schmalspurbahn. 462 Schienenfahrzeuge sind dabei ständig im Einsatz und fahren insgesamt 47 Bahnhöfe und Haltestellen an.

Siehe auch: Glacierexpress, Matterhorn-Gotthard-Bahn, Randa, Stalden, St. Niklaus, Swiss Transfer Ticket, Täsch, Visp


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