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Das große Zermattlexikon

Doppelmayr

Die Doppelmayr-Garaventa Gruppe ist der weltweite Marktführer im Seilbahnwesen. Über 14.400 Seilbahnsysteme hat die Gruppe, die 2002 aus der Fusion der Garaventa AG mit dem Unternehmen Doppelmayr entstand, in 48 Ländern installiert. Doppelmayr wurde 1892 von dem österreichischen Unternehmer Konrad Doppelmayr gegründet und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum österreichischen Technologieführer. Ausgangspunkt der rasanten Geschäftsentwicklung war der damals erste Schlepplift Europas, den Konrad Doppelmayr in der Zwischenkriegszeit am Arlberg baute. Erst durch die Fusion mit der Schweizer Garaventa AG jedoch, die der Enkel des Gründers, Michael Doppelmayr, gegen Widerstände entschlossen vorantrieb, konnten die beiden Unternehmen zum weltweiten Marktführer aufsteigen. Die Doppelmayr Gruppe wird seit 1992 von Michael Doppelmayr geführt.

Der Global Player Doppelmayr-Garaventa ist heute das weltweit innovativste und dynamischste Unternehmen im Bereich des Seilbahnbaus. Auch für die Ferienregion Zermatt sind die Seilbahnen von Doppelmayr-Garaventa von ganz besonderer Bedeutung: ihnen ist es zu verdanken, dass die Bergwelt von Zermatt auch Nicht-Alpinisten in großem Maßstab seit Jahrzehnten einfach, bequem und sicher zugänglich ist. Zu den Personenseilbahnen aus der Doppelmayr-Garaventa-Produktion in und um Zermatt gehören der Matterhornexpress, die Sesselbahn auf den Gifthittli, die frühere Pendelbahn Furi-Furgg (2003 demontiert) und seit 2013 die neue unterirdische Standseilbahn die Zermatt mit dem Ski- und Wandergebiet Sunnegga verbindet. Im Umkreis von Zermatt hat Doppelmayr auch die Sesselbahn Längfluh in Saas-Fee und die neue Gondelbahn in Grächen konzipiert und realisiert.


Der Lift Bruchegg - Hohbiel gehört zu den beeindruckendsten Anlagen von Doppelmayr in der Schweiz.

Zuletzt machte Doppelmayr mit dem sogenannten Urban Concept von sich Reden. Ein Beispiel für dieses innovative Konzept, mit der komplexe Verkehrsproblematiken in großen Städten elegant gelöst werden können, ist die Rhein-Seilbahn in Koblenz. Sie verband während der BUGA 2011 den innerstädtischen Kernbereich des Geländes mit dem rechtsrheinischen BUGA-Bereich auf dem Plateau der Festung Ehrenbreitstein und leitete damit den Besucherverkehr aus den Straßen der Rhein-Mosel-Stadt erfolgreich weg. Die technischen Daten der Seilbahn in Koblenz sprechen dabei für sich: Sie überspannt 900 Meter und transportiert bis zu 3.800 Personen pro Stunde. Auch nach dem Ende der BUGA bleibt die Seilbahn über den Rhein Koblenz und ihren Besuchern nach langem Ringen mit der UNESCO bis 2026 erhalten.

Mit Urban Concept-Projekten wie diesem beweist die Doppelmayr Gruppe einmal mehr ihre Fähigkeit zu Innovationen und intelligenten, völlig neuen Verkehrs- und Transport-Lösungen. Nach dem Koblenzer Urban Concept konnte Doppelmayr während der Olympiade in Sotschi mit einem weiteren riesigen Verkehrsinfrastrukturprojekt punkten: in Sotschi wurden im Auftrag der russischen Regierung um Wladimir Putin 35 Seilbahnanlagen völlig neu konzipiert und zum Teil über sehr lange und steile Strecken in Rekordzeit errichtet. Die Doppelmayr Anlagen haben nachdrücklich zum Erfolg der Winterspiele in Sotschi beigetragen, da erst durch die hochmodernen Seilbahnsysteme die neu errichteten und ausgebauten Skigebiete oberhalb von Sotschi in kürzesten Zeiten erreichbar gemacht wurden. Weitere Urban Concept-Maßnahmen sind nun auch für Porto, Berlin und andere Großstädte weltweit geplant.


Skippy, das fröhliche Maskottchen von Doppelmayr

Doppelmayr Italia, die italienische Tochterfirma des Vorarlberger Seilbahnunternehmens, baut als Teil des Konsortiums “Cordée Mont Blanc” seit April 2011 auch eine neue Seilbahn auf den Mont Blanc. Das Projekt hat ein Volumen von ca. 105 Millionen Euro und ist damit der größte Einzelauftrag in der Geschichte von Doppelmayr. Die neue Mont-Blanc-Seilbahn wird von der italienischen Seite des Berges aus den Wintersport-Ort Courmayeur im Aostatal mit der Helbronner Spitze des Mont Blanc verbinden. Die neue Seilbahn wird runde, sich drehende und vollverglaste Kabinen neuester Bauart haben und auf zwei Teilabschnitten 600 bzw. 800 Personen auf eine Höhe von 3.500 Metern über dem Meer befördern. Für Doppelmayr stellt die große Höhe, in der die Seilbahnanlagen errichtet werden, eine besondere technische und logistische Herausforderung dar. Die Seilbahn auf den Mont Blanc wird auf 4,3 Kilometern einen Höhenunterschied von 2.140 Metern überwinden und die bisherige Bahn ersetzen, die zwischen 1940 und 1950 gebaut wurde. Im Rahmen der umfangreichen Bauarbeiten für die neue Mont Blanc-Seilbahn werden auch die Tal-, Mittel- und die Bergstation komplett neu errichtet.

Die neue, technisch wegweisende Bergbahn von Courmayeur auf die Helbronner Spitze soll nach vier Jahren Bauzeit 2015 eröffnet werden.

Von Zermatt aus ist die neue Seilbahn auf den Mont Blanc dann ein äusserst attraktiver Ausflugstipp.

Parallel zu der neuen Mont Blanc-Seilbahn von Courmayeur aus soll bis 2018 eine weitere neue Seilbahn errichtet werden, die erstmals das schweizerische mit dem italienischen Skigebiet von Zermatt per Seilbahn durchgehend verbinden wird. Das spektakuläre Großprojekt wird als Pendelbahn die Bergstation Klein Matterhorn/Matterhorn glacier paradise mit Testa Grigia verbinden. In Kombination mit der bereits seit November 2011 fertiggestellten neuen Seilbahn von Breuil-Cervinia/Cime Bianche über Plan Maison zum Plateau Rosa/Testa Grigia ist es dann in naher Zukunft auch Nicht-Skifahrern möglich, von Zermatt aus die italienischen Ski- und Wandergebiete zu erreichen, ohne stundenlange große Umwege über die Alpenpässe mit Auto oder Bahn in Kauf nehmen zu müssen. Ein Ausflug nach Breuil-Cervinia, Valtournenche oder Courmayeur im Aostatal wird für Zermatt-Urlauber dann ab spätestens 2017 wesentlich schneller und einfacher machbar sein: per Seilbahn vom Ortskern Zermatt aus und ohne Auto.

Für diesen touristischen Quantensprung in Zermatt sind also alle Weichen gestellt. Die Faszination Seilbahn bleibt spannend rund ums Matterhorn.


Doppelmayr Gruppe: Zahlen & Fakten

14.400 Seilbahnanlagen weltweit gebaut (Stand 2014)
795 Millionen Euro Umsatz (2012/2013)
88 Länder der Erde haben Seilbahnanlagen von Doppelmayr
35 Länder weltweit haben ein Tochterfirma oder eine Niederlassung der Doppelmayr Gruppe
2378 Mitarbeiter arbeiten für Doppelmayr/Garaventa weltweit

Auch am Matterhorn bei Zermatt verkehren Bergbahnen von Doppelmayr, hier die Bahn zwischen Furi und Riffelberg.

Die Firma Doppelmayr war und ist für die Entwicklung der Bergbahnen in und rund um Zermatt von entscheidender Bedeutung. Immer wieder hat das Unternehmen ältere, technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand befindliche Seilbahnen in Zermatt erneuert und erheblich weiterentwickelt. So war die Bergbahn von Zermatt nach Furi und weiter nach Schwarzsee, Furgg, Trockener Steg stets ein Nadelöhr in der Abfertigung der Besuchermassen Richtung Matterhorn Glacier Paradise, insbesondere im Winter. Stundenlagen Wartezeiten waren bis zur Inbetriebnahme des modernen Matterhorn-Express die Regel. Seitdem konnten die Beförderungskapazitäten mit der 3S-Bahn von Zermatt via Furi nach Schwarzsee oder via Furi nach Riffelberg oder Trockener Steg vervielfacht und der Fahr-Komfort massiv verbessert werden. Denn ein Umsteigen in Furi oder Furgg auf der Fahrt nach Trockener Steg ist seither nicht mehr nötig und die gerade im Winter so wichtigen kurzen Transferzeiten haben sich in Zermatt erheblich verkürzt.

Mit ähnlicher Optimierungsenergie für die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur im Seilbahnsystem in Zermatt war Doppelmayr über Jahre hinweg in Verhandlungen einen weiteren wichtigen Beförderungsengpass im Zermatter Bergbahnbetrieb beseitigen zu helfen: die Seilbahn Trockener Steg zum Klein Matterhorn ist schon lange an die Grenzen ihrer Beförderungskapazität gestossen und wird ab Winter 2018 durch eine sogenannte 3S-Bahn der neuesten technischen Entwicklung ersetzt werden. Nachdem das Rennen wer das neue Großprojekt am Klein Matterhorn bauen darf lange offen war, wurde im April 2015 bekannt, dass nicht, wie von vielen Insidern erwartet, Doppelmayr, sondern der Konkurrent Leitner Ropeways, ebenfalls aus Österreich, den Zuschlag für die neue Seilbahn Trockener Steg/Klein Matterhorn erhalten hat. Es wird interessant zu beobachten sein, wie Leitner diese technische Herausforderung am Kleinmatterhorn meistern wird.

In London war Doppelmayr am Bau einer aufsehenerregenden Seilbahn über die Themse, der sogenannten “London Cable Car”, beteiligt. Seit Sommer 2012 hat London nun seine neue Attraktion: eine 1,1 Kilometer lange Seilbahn, die in Ost-London die Themse überquert und jetzt schon als neues Wahrzeichen und technisches Wunderwerk in London gilt. Lesen Sie hier mehr über die Seilbahn London.

Mehr über die Seilbahnen in und um Zermatt erfahren Sie auch auf unserer Seite Bergbahnen Zermatt.

Siehe auch: Courmayeur, Furi, Garaventa AG, Gifthittli, Grächen, Klein Matterhorn, Matterhorn-Express, Matterhorn Glacier Paradise, Längster Schlepplift der Welt, Matterhorn, Riffelberg, Saas-Fee, Schwarzsee, Skigebiet Zermatt, Sunnegga-Blauherd Kombibahn, Sunnegga Express, Sunnegga Paradise, Trockener Steg, Wallis, Walliser Alpen, Zermatt


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