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Das große Zermattlexikon

Blatter, Sepp

Joseph „Sepp“ Blatter ist ein aus dem Oberwallis stammender Schweizer Fußballfunktionär, der von 1998 bis zum 2. Juni 2015 das Amt des Präsidenten des Weltfußballverbandes FIFA innehatte. Blatter wurde am 10. März 1936 in Visp (oder wie das Magazin “GQ” unlängst schrieb: im Fußballolymp) geboren und spielte schon mit 12 Jahren aktiv Fußball. Blatter ging in Sion und später in St. Maurice zur Schule und machte in St. Maurice sein Abitur. Das Studium der Handels- und Volkswirtschaftslehre folgte dann an der Universität Lausanne. Sepp Blatter arbeitete in jungen Jahren vier Jahre in Hotels in Saas-Fee und Zermatt und lernte dort, wie er es selbst rückblickend nennt, “human relations” von der Pieke auf. In Zermatt war Blatter in seiner Lehre und Ausbildung u.a. als Liftboy aktiv und holte Hotelgäste vom Bahnhof ab. Diese Zeit als Jugendlicher in Zermatt nennt er noch heute sehr prägend für sein weiteres Berufsleben und extrem wichtig für sein Verhältnis zu und für seinen Umgang mit Menschen. Bis heute ist ihm Anerkennung, die er damals nur zum Teil von den Gästen erfahren hat und die er stets versuchte zu geben, äußerst wichtig. Menschen, die anderen keine Achtsamkeit und Anerkennung geben können und wollen, vermeidet er nach eigenen Aussagen in seinem Umfeld seit den Zermatter Tagen bis heute, wann immer es geht. Obwohl Sepp Blatter es übrigens als junger Spieler beim FC Visp in die höchste schweizerische Amateurliga schaffte und insgesamt von 1948 bis 1971 aktiver Fußballer war, strebte er später keine Profikarriere als Fußballer an.


Stattdessen wurde der einstige Walliser Meister im Hundertmeterlauf PR-Chef des Walliser Tourismusverbandes, von 1964 bis 1966 dann Generalsekretär des Schweizerischen Eishockeyverbandes und arbeitete einige Jahre als Direktor PR und Sport für die Schweizer Uhrenfirma Longines S.A. und brachte die Uhrenfirma 1972 und 1976 als Partner der Zeitmessung bei den Olympischen Spielen ein. Im Sommer 1975 kam Blatter zur FIFA, wo er zunächst als Direktor der FIFA-Entwicklungsprogramme tätig war. Zu dieser Zeit entwickelte Blatter bereits Ideen und Konzepte für die Wettbewerbs- und Ausbildungsprogramme der FIFA. 1977 wurde Sepp Blatter technischer Direktor der FIFA. Zwischen 1981 und 1998 war der berühmteste Walliser Generalsekretär der FIFA. Den Gesetzen der Macht folgend wurde Blatter ab 1990 zusätzlich mit den Befugnissen des CEO der FIFA ausgestattet. Am 8. Juni 1998 löste er dann den Brasilianer Dr. João Havelange als Präsidenten der FIFA ab und wurde nach 23 Jahren, die er der FIFA in unterschiedlichsten Positionen gedient hatte, der 8. Präsident der FIFA. 1999 wurde Joseph S. Blatter zusätzlich Mitglied des internationalen olympischen Komitees (IOK). Am 1. Juni 2011 wählte ihn der Kongress der FIFA für eine vierte und im Mai 2015 für eine fünfte Amtszeit wieder. Im Zuge der Korruptionsermittlungen der amerikanischen und Schweizer Behörden trat Sepp Blatter am 2. Juni 2015 nur 4 Tage nach seiner erneuten Wiederwahl überraschend zurück.

Sepp Blatter galt seit Jahren als der mächtigste Sport-Funktionär der Welt und starke Führungskraft, der SPIEGEL nannte ihn unlängst “Don Blatterone”. Nach ihm wird heute auch das Alte Schulhaus der Primarschule in Visp „Primarschulhaus Sepp-Blatter“ genannt. In Ulrichen gibt es gar einen eigenen Sepp Blatter-Fußballplatz. Blatter spricht ein halbes Dutzend Sprachen (u.a. spanisch und italienisch) und gilt als Charmebolzen. Blatter hat die Schweizer Tugenden, wie Pünktlichkeit und Loyalität, tief verinnerlicht: sind Mitarbeiter z.B. zu einem Meeting bei Blatter nur wenige Minuten verspätet, fragt der berühmteste Mann aus Visp gerne: “Sind Sie Schweizer? Dann haben Sie ja auch eine Uhr”. Der wohl noch immer einflussreichste Mann der Fussballwelt, der Fußball-Pate, ist 1,71 Meter groß, war bisher dreimal verheiratet, hat eine Tochter (Corinne, mit seiner ersten Frau Liliane Biner) und ein besonders inniges Verhältnis zu seiner Enkelin Selena, die mit ihrer Mutter Corinne nach wie vor im Oberwallis wohnt. Eine tiefe Liebe verbindet Sepp Blatter – trotz aller Weltläufigkeit – wie man immer wieder aus Interviews herauslesen und heraushören kann, mit seiner Heimat, dem Oberwallis, mit Visp und Zermatt. In seinem Büro in der FIFA-Zentrale auf dem Züriberg hoch über seinem derzeitigen Wohnort Zürich stand auf einem Sideboard für alle Besucher sichtbar eine Zeichnung des Kirchturms von Visp.

Sepp Blatter wird von Freunden und Weggefährten oft positiver und vielschichtiger charakterisiert, als in den Medien. So sagte der Ex-FIFA-Vorstand Theo Zwanziger in der FAZ, dass er sich wünsche, dass gerechter mit der Lebensleistung von Sepp Blatter umgegangen werde.

Als Weltfussballchef war er stets bemüht über den FIFA-Tellerrand hinaus zu denken. So philosophierte er über die Weltmeisterschaften der Zukunft: “Wir werden nicht mehr nur eine Weltmeisterschaft, sondern interplanetarische Wettbewerbe haben.”

Siehe auch: Oberwallis, Saas-Fee, Visp, Wallis, Zermatt


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