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Gornergletscher

Der Gornergletscher ist der drittlängste Gletscher der Alpen. Der Talgletscher, der südöstlich von Zermatt im Monte-Rosa-Massiv liegt, bedeckt – unter Einbeziehung aller Seitengletscher – eine Gesamtfläche von 68 km². Das Gornergletschersystem bildet damit die zweitgrößte zusammenhängende Gletscherfläche der Alpen.

Zum System gehören, neben dem Hauptgletscher, dem Grenzgletscher, der seinen Ursprung in einer Höhe von 4.554m ü.M. auf der Signalkuppe hat, auch der Zwillingsgletscher (Entstehung am Castor in 4.228m ü. M.), der Schwärzegletscher (Entstehung am Pollux in 4.092m ü. M.), der Breithorn- und der Triftjigletscher, die beide am Nordhang des Breithorns entstehen, sowie der Untere Theodulgletscher.


Eine weitere Verbindung gibt es außerdem zum Findelgletscher, der nochmals 19 km² umfasst und wiederum mit dem Schwarzberggletscher verbunden ist.

Der eisige Gigant Gornergletscher

Der Gornergletscher ist ein Gebirgsgletscher. Diese entstehen oberhalb der Schneegrenze, sodass sie ganzjährlich mit Neuschnee versorgt werden. In diesen Höhen fällt mehr Schnee, als dort abtaut. Die Schneemassen sorgen dafür, dass tiefer liegende Schichten zusammengepresst werden und sich auf diese Weise Gletschereis bildet. Doch allein dieser Vorgang macht noch keinen Gletscher aus: Er wird erst so genannt, wenn er sich bewegt. Alpine Gletscher, wie der Gornergletscher, bewegen sich im Jahr etwa 150 Meter vorwärts. Die Eismassen werden so stetig ins Tal geschoben und formen die charakteristischen Gletscherzungen.

An der Zunge des Gornergletschers, die derzeit bei 2.200 Metern liegt, ist zudem eine Besonderheit zu beobachten: Auf dem Teil der mit Eis aus dem Grenzgletscher versorgt wird, bilden sich immer wieder tiefe Wannen, die sich dann mit Schmelzwasser füllen. Diese Gletscherseen sind die größten ihrer Art in den Alpen und den unterschiedlichen Temperaturen der beiden Zermatter Gletscher zu verdanken und bieten einen außergewöhnlich schönen Anblick, der aber – dank der globalen Erwärmung und der damit einhergehenden Gletscherschmelze – in wenigen Jahren wohl nicht mehr zu erleben sein wird. Die größte Gletscherwanne misst etwa 3,6 km² und ist mehr ein See als ein Becken.

Neben dem Bossonsgletscher am Mont Blanc ist der Grenzgletscher oberhalb Zermatt momentan der einzige sogenannte Kalte Gletscher der Alpen, d.h. dass seine Temperaturen dauerhaft unter null Grad liegen. Doch dies wird sich wohl bald ändern. Ebenfalls sehr charakteristisch für den Gornergletscher ist seine strahlende, weiße Färbung.


Zeittafel Gornergletscher

6.150 – 5.550 v. Chr. Der Gornergletscher büßt stark an Masse ein.
5.550 – 2.850 v. Chr. In mehreren Vorstößen wächst der Gornergletscher auf eine beachtliche Größe heran.
150 – 550 n. Chr. Abschmelzen des Gornergletschers, Entstehung des Lärchenwaldes
550 – 950 n. Chr. Die Gletscherbestände sind verhältnismäßig hoch und stabil – auch am Gornergletscher
1150 – 1450 n. Chr. Starke Gletscherschmelze am Gornergletscher
1850 n.Chr. Um diese Zeit verzeichneten Forscher Gletscherhöchststände. Sie wird deshalb auch als kleine Eiszeit bezeichnet.
Seit 1850 n.Chr. Die Gletscherbestände gehen kontinuierlich zurück, nur unterbrochen von wenigen kleinen Vorstößen. Auch der Gornergletscher verliert ständig an Masse.

Rückzug des Gornergletschers

Auch beim Gornergletscher ist seit 1850 ein kontinuierlicher Rückgang des Eises zu beobachten. Noch 2004 konnten Forscher hier eine Eisdicke von 430 Metern messen. Seitdem jedoch hat der Gornergletscher mehrere Dutzende Meter eingebüßt und auch seine Fläche ist stark zurückgegangen. Den größten Rückgang verzeichnete der Gletscher im Jahr 1950/51, als er 186 Meter Länge einbüßte. Zwischen 1931 und 2003 ging die Eisfläche insgesamt um ca. 6 km² zurück.

Weitere Zeugen, die der sich zurückziehende Gletscher hinterlassen hat, sind die Gornerschlucht und der Gletschergarten Dossen. Eis und Wasser haben über Tausende von Jahren hinweg den Fels geformt und ihre Spuren hinterlassen. Auf dem Lehrpfad durch den Gletschergarten erfahren Besucher alles über die geologische und glaziologische Vergangenheit des Gletschers und über seine Vorstöße und Rückgänge.

Ein besonderes Highlight sind die Gletschertöpfe, die der Hotelier Yvo Biner 1966 entdeckte und die vermutlich während der letzten Eiszeit entstanden sind. Die topf- oder schachtartige Vertiefungen im Felsgestein entstehen, wenn sich Schmelzwasser seinen Weg durch Gletschereis bahnt. Die dabei verursachten Wirbel schürfen eindrucksvolle Gebilde in das Gestein.


Ausflugsziel Gornergletscher

Der Gornergletscher bietet ein wunderbares Ausflugsziel. Von Zermatt aus startet die Gornergratbahn, die bereits 1898 eröffnet worden ist und die den Aufstieg wunderbar komfortabel gestaltet. Auf einer Strecke von nur 10 Kilometern überwindet die Bergbahn in 30 Minuten stolze 1.496 Höhenmeter. Sie ist damit die zweithöchste Bergbahn Europas. Die beeindruckende Fahrt über die Riffelalp und den Riffelberg sowie das sich oben anschließende Panorama sollten sich Besucher auf keinen Fall entgehen lassen.

Während im Winter das Skigebiet des Gornergletschers, die Zermatter Skiarena, lockt, lädt der Gletscher im Sommer zu eindrucksvollen Wanderungen ein. Schon 40 Meter über der Bergstation liegt der Gornergratgipfel. Hier finden Sie eines der schönsten Panoramen der Alpen: Matterhorn, Liskamm- und Monte-Rosa-Gruppe liegen vor dem staunenden Besucher ausgebreitet.

Vom Gornergrat aus kann der Gletscher in Richtung der Monte-Rosa-Hütte des Schweizer Alpenclubs (SAC) überquert werden. Sie gilt als Ausgangspunkt für die Besteigung zahlreicher Gipfel des Monte-Rosa-Massivs, darunter der Dufourspitze, des Nordends, der Signalkuppe, des Jägerhorns, des Liskamms und vieler anderer.

Eine wunderschöne Wanderroute entlang des Gletschers führt von Rotenboden, der vorletzten Station der Gornergratbahn, nach Zermatt zurück. Die Tour beginnt auf 2.800m ü.M. und führt bis fast an die Gletscherzunge auf 2.200 Meter hinab. Dabei geht es vorbei am Riffelsee, an Gletschertischen, -seen, -bächen und Moränen. Erst 200 Meter vor der Gletscherzunge verlässt man das Eisfeld wieder und wandert über Hermettji, Blatten und Winkelmatten nach Zermatt zurück.


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