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Obergabelhorn

Das Obergabelhorn (4.063 m ü.M.) ist ein fast zierlicher, besonders schön geformter Viertausender von Zermatt, der Bergsteigern einiges abverlangt. Seine Routen sind in der SAC Hochtourenskala mit ZS bzw. III+ (also „ziemlich schwierig“) gekennzeichnet. Das Obergabelhorn liegt eingebettet zwischen Weisshorn, Matterhorn und Zinalrothorn und wartet mit tollen Ausblicken – unter anderem auf die berüchtigte Nordwand des Matterhorns – auf.

Doch auch selbst hat das Obergabelhorn einiges zu bieten: Es gilt mit seinen beiden Gipfelzacken und seinen vier steilen Flanken aus schimmernden Gletschern, die nach allen Seiten abfliessen, als einer der schönsten Berge im Wallis und ist bei Bergsteigern, die in die Bergwelt von Zermatt vorstoßen, äußerst beliebt. Das liegt vielleicht auch daran, dass es keinen Weg zum Gipfel gibt, den man guten Gewissens als „leicht“ bezeichnen könnte. Besonders eindrucksvoll anzusehen (und zu durchsteigen) ist die vereiste Nordwand. Aber auch die Südwand, die aus vollkommen unvereistem Fels besteht, ist eine ganz besondere Herausforderung, die Bergsteiger wieder und wieder an das Obergabelhorn zieht.

Mit seinen nur 73 Metern über der 4000er-Grenze wird das Obergabelhorn von Matterhorn, Rothorn, Weisshorn und Dent Blanche zwar erheblich überragt, behauptet aber dennoch souverän seinen Platz unter den Zermatter Bergriesen.


Die Erstbesteigung des Obergabelhorns

Die Erstbesteigung des Obergabelhorns erfolgte am 6. Juli 1865, nur eine Woche vor der Erstbesteigung des Matterhorns. Wie bei diesem hatten sich auch hier zwei Bergsteiger-Gruppen ein Rennen um den Gipfel geliefert. Es waren die Engländer Adolphus Warburton Moore und Horace Walker, die den Gipfel des Obergabelhorns mit ihrem Führer Jakob Anderegg als erste erreichten. Die Verlierer der Erstbesteigung, Francis Douglas, Peter Taugwalder und Joseph Viennin, erreichten den Gipfel erst am darauffolgenden Tag. Francis Douglas sollte aber nur eine Woche später unter den Siegern der Erstbesteigung des Matterhorns sein. Er bezahlte dies mit dem Leben, als es beim Abstieg zur Tragödie kam.

Die offizielle Normalroute auf das Obergabelhorn führt noch heute über den Ostnordostgrat und die Wellenkuppe und ist mit dem Schwierigkeitsgrad ZS bzw. III+ klassifiziert. Bergsteiger sollten das Obergabelhorn auf keinen Fall unterschätzen: Der Berg birgt überall Gefahren, Schnee und Eis können hier sehr tückisch sein. Eine entsprechende Ausrüstung, Erfahrung, Kondition und gegebenenfalls auch ein erfahrener Bergführer aus Zermatt sind also anzuraten.

Die Normalroute auf das Obergabelhorn

Ausgangspunkt der Normalroute auf das Obergabelhorn ist die Rothornhütte, die auch wegen ihrer sehr guten Küche zu empfehlen ist. Sie liegt in 3.198 Metern Höhe über Zermatt und erfordert schon beim Aufstieg einiges an Kraft und Kondition. Am Morgen des Aufstiegs zum Obergabelhorn steht als Erstes die Überquerung des Triftgletschers an. Über eine Firnschulter wird dann die Wellenkuppe (3909 m ü.M.) in Angriff genommen. Entweder folgen Sie hier strikt dem Grat oder Sie wechseln hinüber auf die Ostflanke, die zwar brüchig und steinschlaggefährdet ist, aber weniger überfüllt. Eine gute Orientierung ist allerdings unbedingte Voraussetzung für den Aufstieg in der Ostflanke.

Von der Wellenkuppe aus hat man dann schon einen sehr guten Blick auf das Obergabelhorn und den Weg, der noch vor einem liegt. Von hier aus folgen Sie dem Gendarm auf den Firngrat und erreichen so den Gipfelfelsen und schließlich den Gipfel des Obergabelhorns. Hier sollten Sie sich Zeit nehmen, um den Ausblick zu genießen und etwas zu verschnaufen, bevor Sie den Abstieg angehen. Denn der hat es ebenfalls ganz schön in sich und führt über einen schmalen und steilen Firngrat, der vor allem dann Gefahren birgt, wenn der Schnee von der Sonne aufgeweicht ist. Als letzte Herausforderungen warten dann noch der Gegenanstieg zur Wellenkuppe und der Abstieg von dort zur Rothornhütte.


Von rechts nach links: Obergabelhorn, Zinalrothorn, Weisshorn

Weitere Routen auf das Obergabelhorn

Neben der Tour über den Ostnordostgrat und die Wellenkuppe gibt es auch noch einen zweiten Weg auf den Gipfel des Obergabelhorns, der häufig als Normalweg bezeichnet wird. Er führt von Zermatt über die Cabane du Mountet (2.886 m ü.M.) und den Nordnordwestgrat (auch Le Coeur genannt) nach oben. Auch er ist mit dem Schwierigkeitsgrad ZS bzw. III gekennzeichnet. Des Weiteren haben Bergsteiger beim Aufstieg zum Obergabelhorn die Wahl zwischen dem Westsüdwestgrat, der auch Arbengrat genannt wird, und der vom Arben Biwak aus im Schwierigkeitsgrad ZS bzw. III+ auf den Gipfel führt, und der Nordwand mit einer Steigung von 55° und einem als „S“ (schwierig) klassifizierten Schwierigkeitsgrad. Die Tour durch die Nordwand – die Wandhöhe beträgt übrigens 420 m – hat ihren Ausgangspunkt ebenfalls in der Cabane du Mountet, die Sie von Zinal aus erreichen. Der Einstieg erfolgt in etwa 3650 m Höhe. Von der Cabane du Mountet braucht es etwa 3-4 Stunden zum Wandfuß und etwa 3 1/2 – 6 Stunden ab Wandfuß zum Weisshorn-Gipfel.

Seit 35 Jahren nutzen Bergsteiger, die das Obergabelhorn über die anspruchsvolle Südflanke – eine 700 Meter hohe Steilwand, die den Alpinisten alles abverlangt – das Arbenbiwak als Ausgangspunkt für die Besteigung. Immer wieder muss Alfons Biner, der Biwak, Wanderer daraufhin weisen, dass die Route spätestens ab der sogenannten Hollandkehre viel zu gefährlich ist, wenn man nicht über die Erfahrung, Ausrüstung und Kondition von routinierten Bergsteigern verfügt. Eine Wanderung ins Arbental ist aber jedem zu empfehlen, der auf der Suche nach einer anspruchsvollen Wanderroute ist. Ausgangspunkt einer solchen Tour am Fuß des Obergabelhorns kann Zmutt sein, aber auch von Schwarzsee und Furi aus geht es durch das schöne Zmutttal bis zu den Wasserfassungen der Grande Dixence. Dort biegen Sie in Richtung der Arbengandegge und zum Gletschertor des Zmuttgletschers ab. Doch weiter hinauf sollten sich Wanderer hier wirklich nicht wagen. Das Obergabelhorn ist ein Viertausender mit Tücken, gegen die Wanderer nicht gewappnet sind.


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