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Das Monte Rosa Massiv

Das Gebirgsmassiv Monte Rosa in den Walliser Alpen stellt die natürliche Grenze zwischen der Schweiz und Italien dar. Es gilt auf Grund seiner enormen Ausdehnung als das größte Gebirgsmassiv der Alpen.

Es umfasst insgesamt 10 Gipfel: Neben dem Hauptgipfel, dem höchsten Berg der Schweiz, der Dufourspitze (4.633 m), gehören die Nebengipfel Nordend (4.609m), Zumsteinspitze (4.563m), Signalkuppe (4.554m), Parrotspitze (4.432m), Ludwigshöhe (4.341m), Schwarzhorn (4.322m), Vincent-Pyramide (4.215m), sowie das Balmenhorn (4.167m) und der Punta Giordani (4.046m) zum Monte Rosa Massiv. Sie alle zählen zu den höchsten Erhebungen der Alpen und werden nur von den weniger bekannten Bergen des Mont-Blanc-Massivs übertroffen.


Das Monte Rosa Massiv hat aber noch mehr Rekorde zu bieten: So ist die Ostwand des Massivs die höchste Steilwand der Alpen und hat mit einem Anstieg von 1,6km und einer Steigung zwischen 45 und 50 Grad geradezu Himalaya-Ausmaße. Außerdem findet sich hier die höchste Bergkette der Alpen, der Silbersattel (4.517m).

Eindrucksvoll ist auch das Gornergletschersystem. Neben dem Hauptgletscher, dem Gorner südlich der Dufourspitze, gehören auch der Grenzgletscher und der Monte Rosa-Gletscher zu der Gruppe, die zusammen die zweitgrößte zusammenhängende Gletscherfläche der Alpen bildet.

Der Name Monte Rosa

Ihren Namen verdankt das Monte Rosa Massiv möglicher Weise den zauberhaften atmosphärischen Schauspielen, deren Zeugen Besucher werden können. Dazu gehören rosafarbene Lichtreflexe, die der Sonnenaufgang auf den Schnee zaubert und ein starker Wüstenwind, der rötlichen Sand aus Afrika in das Gebirgsmassiv treibt. Aber auch eine etymologische Herleitung des Namens ist wahrscheinlich. So leitet sich das Wort “Rosa” möglicher Weise vom franco-provenzialischen Wort “Rouese” für “Gletscher” ab. “Monte Rosa” selbst ist ein italienischer Name, einen deutschen Namen scheint es nicht zu geben – und das, obwohl alle Gipfel des Massivs deutsche Namen tragen.

Das Gebirge entstand, als sich in der mittleren Kreidezeit die Iberische Halbinsel vom Kontinent Europa entfernte und dabei Landmassen zusammengeschoben worden. Zusätzlichen Druck von Südosten verursachte die Apulische Platte, die sich zügig von der Afrikanischen Platte gen Norden entfernte. Vor etwa 35 Millionen Jahren schoben sich die mächtigen Gesteinsschichten übereinander und senkten sich ab.


Unter Druck und enormer Hitze begannen sich die Gesteinsschichten zu verformen und schließlich falteten und hoben sie sich zum heutigen Gebirgsmassiv empor. Jahrmillionen anhaltende Erosion formte die heute bekannten schroffen und eindrucksvollen Bergwände der Walliser Alpen. Die Granit- und Granitgneisenzusammensetzung des Massivs gibt heute noch Zeugnis von den gewaltigen tektonischen Prozessen und der Entstehung des Gesteins in den extremen Tiefen der Erdkruste.


Monte Rosa – Traum der Bergsteiger

Gerade die steilen Hänge und gewaltigen Formen des Gebirgsmassivs machen es für Bergsteiger besonders attraktiv. Nachdem die hohen Berge lange Zeit ehrfürchtig vom Boden aus betrachtet worden waren, strahlten sie eine zunehmende Anziehungskraft auf Abenteurer und Forscher aus.

Die ersten dokumentierten Hochtouren im Monte Rosa fanden in den Jahren 1778, 1779 und 1780 statt. Es waren die Walser, die germanischen Einwohner der Region, die sich in den Bergen auf die Suche nach dem “verlorenen Tal” machten, von dem in ihren Sagen berichtet wurde.

Nachdem der nahe gelegene Punta Giordani 1801 von seinem Namensgeber, Pietro Giordani, bestiegen worden war, folgten die Vincent-Pyramide (5.August 1819) und die Zumsteinspitze (1.August 1820).


Das sommerliche Monte Rosa-Massiv von der italienischen Seite aus gesehen

Die Erstbesteigung der Dufourspitze gelang am 1. August 1855 Charles Hudson, John Birbeck und Christopher und James G. Smyth. Charles Hudson galt als einer der bedeutendsten Alpinisten im “Goldenen Zeitalter des Alpinismus” und als Wegbereiter des Winterbergsteigens.

Das Monte Rosa besteigen

Die Ostwand ist noch heute eine der größten Herausforderungen für Bergsteiger in der Region. Sie ist die längste und berühmteste Eiswand Europas und ein Muss für gute Bergsteiger. Ausgangspunkt für Touren in die südlichen und zentralen Regionen des Massivs ist der Passo dei Salati (2936m) am Südende des Massivs.

Zahlreiche Seilbahnen und Lifte bringen auch weniger sportliche Besucher in große Höhen. Sie können als bequeme Aufstiegshilfen zur Gnifetti- oder Mantova-Hütte genutzt werden. Auch die Neue Monte-Rosa-Hütte kann von Zermatt aus mit der Gornergratbahn erreicht werden. Weitere Anlaufpunkte sind die Gandegghütte, die Theodulhütte, die Täschhütte und das Berghaus Flue.

Die Schweizer Alpin-Autoren Daniel Anker und Marco Volker haben ein sehr gutes Buch über das Massiv geschrieben: Monte Rosa – Königin der Alpen.


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„Eine Skitour auf dem Monte Rosa“

Christoph Hoffmann
Geschäftsführender Gesellschafter bei der 25hours Hotel Company AG in der Zeitschrift „TOP HOTEL“ 2010

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