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Zermatt Geschichte

Zermatts Geschichte ist geprägt von vielen Wendungen, dramatischen Veränderungen und alpinen Triumphen. Bereits vor Christi Geburt soll die Region um Zermatt ganzjährig bewohnt gewesen sein. Ausgrabungen brachten Relikte einer jahrtausendealten Töpferindustrie zutage, die diese These unterstützen.

Damals, noch lange bevor die Zermatts Geschichte begann, waren es alemannische Volksstämme, die die Walliser Alpen ihre Heimat nannten. Sie kamen aus Richtung Westen, aus den heute französisch-sprachigen Tälern Evolena, Eifisch und Aosta.

Urkundlich wird Zermatt aber erstmals 1280 erwähnt. Damals hieß es noch „Pratobornum“, später “Vallis de Pra Borno” oder “Praborne”. Diese Namen verweisen auf eine Alm (alemannisch: Matte = Bergwiese, Bergweiden) in der Nähe einer Quelle. Das „Matt“ hat sich in „Zermatt“ und „Matterhorn“ bis heute erhalten. Die heutige Ortsbezeichnung tauchte übrigens erstmals auf einer Karte von 1495 als „zer Matt“ auf.


Ein Blick zurück in der Zermatter Geschichte: das Matterhorn, gezeichnet 1884

Zermatts Geschichte im Mittelalter: Die Bauernzünfte

Im 13. Jahrhundert war Zermatt ein typisches Schweizer Bergdorf und die Geschichte von Zermatt verlief analog zu den Entwicklungen im ganzen Schweizer Alpenraum: Das Land stand unter der Oberhoheit des Bischofs von Sitten, dessen Klerus es an verschiedene weltliche Lehensherren weiter verpachtete. Doch das Feudalwesen hatte in Zermatt nicht lange Bestand. Von jeher hatten die Bewohner gewisse Nutzungsrechte und Verwaltungsfreiheiten, welche auch durch die Lehensherren nicht berührt wurden. 1538 gelang es dann etwa der Hälfte der Dorfbevölkerung, sich von ihren Herrschaften und Zehntenrechten freizukaufen.

Diese 115 nunmehr freien Familien schlossen sich in der Kirche von Zermatt zu einer autonomen Gemeinde zusammen. 1576 folgten 35 weitere Familien, denen der Loskauf ebenfalls geglückt war, diesem Beispiel. Sie gründeten die zweite Gemeinde des Meiertums. 1579 schlossen sich die beiden Gemeinden nach schriftlich abgefassten Regeln – einer Verfassung – zu einer Bauernzunft zusammen. Die verbliebenen 39 Familien kamen 1618 frei und auch sie gründeten eine Eigenverwaltung in Anlehnung an die Verfassung der Bauernzunft.

Diese Verfassung behielt mehr als 100 Jahre lang ihre Gültigkeit, prägte die Zermatts Geschichte nachhaltig und sorgte für ein friedliches Miteinander am Fuße des Matterhorns. 1791 schlossen sich die drei Gemeinden (Hofero, Winchilmattero und Aroleitro) schließlich zur Gemeinde Zermatt zusammen. Nach wie vor bestimmten die Verfassung von 1621 und die Bauernzunftregeln von 1579 das Gemeinwesen. Dann marschierte 1798 Napoleon in die Schweiz ein und seine Truppen bereiteten diesem Rechtsstand ein jähes Ende. Das heutige Kanton Wallis wurde Frankreich einverleibt und die Zermatter verloren ihre hart erkämpfte Unabhängigkeit. Erst nach dem Sturz Napoleons, 1814, erlangte das Wallis – und damit auch die Zermatter – ihre Freiheit zurück. 1815 trat das Kanton dem Bund der Eidgenossen, der heutigen Schweiz, bei.

Zermatts Geschichte im 19. Jahrhundert: Ein Ferienort entsteht

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts kamen die ersten Alpinisten nach Zermatt. Die gewaltigen Berge rings um den Ort übten auf Abenteuerlustige aus aller Welt eine geradezu unglaubliche Anziehungskraft aus. Die erste Besteigung gelang am 13. August 1792 Horace Bénédict de Saussure, einem Genfer Gelehrten, auf dem Klein Matterhorn. In diesem Moment erwachte Zermatt aus seinem jahrtausendelangen Dornröschenschlaf und rückte in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit: Hotels schossen geradezu aus dem Boden, Zermatt wurde an das Straßennetz und 1873 auch an das Morse-Telegrafennetz angeschlossen und der Bergführerverein Zermatt wurde gegründet. Die Geschichte von Zermatt schlug nun vollkommen neue Bahnen ein.

Als Mark Twain 1878 Zermatt besuchte und seine Erzählung „Die Besteigung des Riffelberges“ verfasste, wurde Zermatt schlagartig weltberühmt. Seit dem 6.Juli 1891 ist Zermatt auch mit der Bahn zu erreichen: An diesem Tag nahm die dampfbetriebene Visp-Zermatt-Bahn ihren Betrieb auf. Der Fortschritt war nun auch in Zermatt nicht mehr aufzuhalten. Sämtliche technische Neuerungen hielten nach und nach Einzug und machten den Ort zu einem der exklusivsten und erfolgreichsten Ferienziele Europas – ohne aber dabei den ursprünglichen Charme dieses alten Walliser Bergdorfes zu zerstören, dem Besucher bis heute intensiv nachspüren können. Auch Spuren der wechselvollen Zermatter Geschichte können aufmerksame Urlauber noch an jeder Ecke entdecken. Ein schöner Ausflugstipp für regnerische Tage ist zum Beispiel das Matterhorn-Museum Zermatlantis.


Zeittafel Zermatt Geschichte:

999 Der letzte König von Hochburgund schenkt die “Landschaft Wallis” dem Bischof von Sitten. Es bildet sich die Republik der Zenden.
1280 Zermatt wird als “Pratoborni” erstmals urkundlich erwähnt.
1476 Das Dorfgebiet von Zermatt wird in vier Weiler eingeteilt.
1495 Zermatt wird als „zer Matt“ erstmalig auf einer Karte erwähnt, zuvor galten die Namen „Pratobornum“, “Vallis de Pra Borno” oder “Praborne”.
1538 Die ersten 115 Familien können sich aus der Lehensherrschaft loskaufen und gründen eine eigene Gemeinde.
1576 35 weitere Familien kommen aus der Lehensherrschaft frei und gründen eine zweite Gemeinde.
1579 Beide Gemeinden schließen sich unter einer Verfassung zur Bauernzunft zusammen.
1618 Auch die letzten Familien Zermatts kaufen sich los und treten der Bauernzunft mit einer eigenen Gemeinde bei.
1780 Erste Naturforscher kommen nach Zermatt.
1791 Die drei Zermatter Gemeinden vereinigen sich zu einer. Gründung der Gemeinde Zermatt.
1792 Mit der Erstbesteigung des Klein Matterhorns durch Horace Bénédict de Saussure wird Zermatt zum Pilgerort für Alpinisten aus aller Welt.
1798 Napoleons Truppen marschieren ins Wallis ein und vereinnahmen sie für Frankreich.
1802 Zermatt hat 436 Einwohner.
1814 Napoleon wird gestürzt und Zermatt erlangt seine Freiheit zurück.
1815 Zermatt tritt dem Bund der Eidgenossen bei.
1830 Erste Touristen in Zermatt und auf dem Riffelberg.
1838 Das erste Zermatter Gasthaus mit drei Betten eröffnet. Beginn des Goldenen Zeitalters des Alpinismus in Zermatt.
1839 Zermatt hat in der Sommersaison 60 Logiernächte.
1852 Das erste Hotel in Zermatt eröffnet.
1855 Zermatt hat bereits 90 Hotelbetten.
1855 Andreas Seiler I. eröffnet in der Bahnhofstrasse das Hotel Monte Rosa.
1858 Der Bergführerverein Zermatt wird gegründet.
1865 Mit der Erstbesteigung des Matterhorns durch Edward Whymper (10.07.) endet das Goldene Zeitalter des Alpinismus in Zermatt.
1873 Zermatt wird an das Morse-Telegrafennetz angeschlossen.
1891 Zermatt wird an das Schienennetz der Brig-Visp-Zermatt-Bahn angeschlossen und ist nun auch mit der Eisenbahn zu erreichen.
1894 Das Elektrizitätswerk Zermatt geht in Betrieb.
1898 Die Gornergratbahn wird eröffnet (20.08.), die Erschließung der Zermatter Berge beginnt. Die Saison dauerte zunächst von Anfang Juni bis Anfang Oktober.
1900 Zermatt zählt 741 Einwohner.
1901 Bau der Kanalisation und der Wasserversorgung.
1902 Hermann Seiler veranstaltet in Zermatt den ersten Skikurs der Schweiz.
1910 Zermatt hat 808 Einwohner.
1913 Eröffnung des Lötschbergtunnels.
1913 Die heutige katholische Kirche in Zermatt wird errichtet.
1928 Die Brig-Visp-Zermatt-Bahn nimmt ab der Wintersaison den planmässigen Winterbetrieb auf.
1931 Erstbesteigung der Matterhorn Nordwand.
1942 Von Zermatt nach Sunnegga wird der erste Skilift in Zermatt gebaut.
1944 Erstmals besuchen mehr Wintergäste Zermatt als im Sommer.
1961 Das Hauptgebäude des Hotels Riffelalp brennt vollständig ab.
1968 Die Air Zermatt wird gegründet. Der Heliport am Dorfeingang wird gebaut.
1979 Die Luftseilbahn Trockener Steg-Klein Matterhorn wird in Betrieb genommen.
1980 Zermatt verbucht 607.087 Logiernächte in der Sommersaison, 786.000 in der Wintersaison.
2000 Zermatt hat 5528 Einwohner.
2002 Die verschiedenen Bergbahnen in Zermatt fusionieren zur Zermatt Bergbahnen AG.

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