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Flora Zermatt

Die Flora der Walliser Alpen ist sehr abwechslungsreich und ungewöhnlich vielfältig: Abhängig von der jeweiligen Höhenlage lassen sich unterschiedliche Vegetationsstufen erkennen, die jeweils eigene Charakteristiken aufweisen. Sie alle haben ihren eigenen, ganz besonderen Reiz. Nirgendwo in den Alpen steigt die Vegetationsgrenze höher als in Zermatt und Umgebung. Die Waldgrenze liegt bei 2400 bis 2500 Metern. Zermatt hat damit die höchste Waldgrenze Europas.

Etwa ein Drittel des Tieflandes (bis zu 500 m ü.M.) ist von Wäldern bedeckt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Laubwälder mit Buchen, Eichen und Eschen, aber auch Linden und Kastanien. Nur ein geringer Teil dieser Wälder ist noch ursprünglicher Art. Der größte Teil dieser typischen Zermatter Flora musste wiederaufgeforstet werden.

Flora Zermatt 1.200–1.300 Meter: Duftende Nadelwälder

In Höhen von 1.200 bis 1.300 Metern ist eine markante Veränderung des Baumbestandes zu erkennen: Statt rauschenden Laubwäldern prägen hier nun aromatisch duftende Nadelwälder das Bild. Ein Bergwald aus Tannen, Fichten und Lärchen dominiert diesen Abschnitt der Flora von Zermatt. Proben an den Arven und Lärchen in den Gebieten um Findeln und Tuftern ergaben, dass viele der hier wachsenden Bäume zwischen 400 und 800 Jahre alt sind.


Flora Zermatt 2.000–2.500 Meter: Blühende Alpenwiesen

Herrliche Flora von Zermatt: blühende Bergwiesen

Wiederum 700 Meter höher, auf etwa 2.000 Metern ü.M., befindet sich die Waldgrenze. Hier wird das Klima zunehmend rauer, die Bedingungen für große Pflanzen immer schlechter. Was hier oben noch wächst, das schmiegt sich eng an den Hang und hat eigene Wege gefunden, mit dem heftigen Wind und den niedrigeren Temperaturen hier oben zurecht zu kommen. Nicht umsonst wird das Gebiet oberhalb der Baumgrenze auch als „Kampfzone“ bezeichnet.

Die Flora von Zermatt ist nun klassisch alpin: Latschenkiefern und seltene Pflanzenarten, wie Edelweiß und Enzian, bestimmen jetzt die Landschaft. Sie sind es, die unsere Vorstellungen von alpiner Vegetation prägen.

So ist das Edelweiß wohl die bekannteste Alpenblume. Die niedrige, krautartige Pflanze mit den bezaubernden, mehrzackigen Blütensternen gedeiht am besten auf steinigen Wiesen und Kalkfelsen und sprenkelt Almwiesen mit einem unschuldigen Weiß. Ihr wissenschaftlicher Name (Leontopodium nivale) leitet sich im Übrigen von der dichtfilzigen, weißen Behaarung der Blütenblätter ab, die an eine Löwenmähne (griech: Leon = Löwe) erinnert.


Der Enzian ist ein typischer Vertreter der Flora von Zermatt.

Auch der liebliche blaue Enzian (Gentiana) gehört zur Flora der Almwiesen unbedingt dazu. Die äußerst seltene, reinblaue Farbe der Blütenkelche machte den Enzian zum Symbol der Treue. Ein Grund für das reiche Vorkommen der Pflanze auf den Almwiesen ist ihr bitterer Geschmack, der das Weidevieh fernhält, auf der anderen Seite aber eine industrielle Nutzung des Enzians ermöglichte. So wird aus der Wurzel bestimmter Arten die wohl bitterste natürliche Substanz der Welt gewonnen: das Amarogentin. Auch in der Herstellung von Schnaps, Medikamenten und in Mitteln zur Appetitanregung findet Enzian Verwendung. Allerdings handelt es sich dabei immer um Spezialkulturen, die eigens für diesen Zweck gezüchtet werden, denn der Enzian, wie er in den Alpen (in übrigens 35 Sorten) vorkommt, steht unter Naturschutz. Er darf weder gepflückt, noch ausgegraben werden, damit auch künftige Generationen sich an diesem typischen Vertreter der Alpen-Flora erfreuen können.

Ebenfalls ständige Bewohner der Höhenlagen zwischen 900 und 2.300 Metern sind die Bergkiefer, die Alpenrose (auch Rhododendron genannt) und die verschiedensten Alpenkräuter, darunter Schlüsselblume, Schafgarbe und Salbei. Besuchen Sie die Apotheke der Natur und wandern Sie durch den Zermatt Kräutergarten, um mehr über die verschiedenen Kräuter und ihre Wirkung zu erfahren.

Die Vegetationsgrenze von Zermatt gilt als die höchste in Europa: Nirgendwo sonst wachsen Bäume und Sträucher so hoch wie in Zermatt, nämlich bis auf 2.400 Meter. Darunter sind seltene Pflanzen wie die Schnee-Edelraute, die nur in Zermatt wächst, die Niedrige Rapunzel, der Stein-Klee, das Doldentraubige Tätschelkraut, Hallers Geiskraut, die Gefranste Segge und die Behaarte Polster-Miere. Für Pflanzenfreunde sind der Weiler Findeln und der Gornergrat besonders ergiebige Gebiete.

Flora Zermatt ab 2.500 Metern: Karges Reich der Moose und Flechten


Blumenparadies Zermatt

Neben Edelweiss, Enzian und Alpenrose gibt es in Zermatt auch noch einige weniger bekannte Blumen, echte Raritäten sogar. Dazu gehören die Schnee-Edelraute, die Niedrige Rapunzel, der Stein-Klee und das Doldentraubiges Täschelkraut. Sie leben nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt. Wer sie einmal mit eigenen Augen sehen möchte, sollte sich mit dem Bestimmungsbuch und einer Lupe entlang des Wanderwegs Rotenboden-Gornergrat auf die Suche machen. Das sehr empfindliche Ökosystem hier bietet die besten Voraussetzungen für diese überaus seltenen Vertreter der Flora von Zermatt. Wer auf Nummer Sicher gehen will, bucht bei Zermatt Tourismus eine geführte Wanderung mit einem versierten Botaniker.

Ganz wichtig: Bei einer so empfindlichen Flora, wie der von Zermatt, wird nur geguckt. Anfassen oder sogar Mitnehmen ist strengstens verboten.

Noch weiter oben, oberhalb der 2.500 Meter, auf der sogenannten Schneestufe, sind Moose und Flechten die einzigen Statthalter der Pflanzenwelt von Zermatt. Nur sie verstehen es, dem ständigen Wind, den eiskalten Temperaturen und dem kargen Boden zum Trotz, hier zu überleben und zu gedeihen.

So hat in der Flora von Zermatt jede Art ihren Platz. Doch das empfindliche Gleichgewicht der alpinen Pflanzenwelt ist bedroht durch den Menschen, der immer wieder Pflanzenarten aus anderen Ländern einschleppt, die noch besser an das jeweilige Klima angepasst sind und die angestammten Arten verdrängen. Auch der Klimawandel hat großen Einfluss auf die Flora von Zermatt: Konnten früher nur die härtesten Pflanzen in Höhen von über 2.500 Metern überleben, sorgen die wärmeren Temperaturen nun dafür, dass Pflanzen aus niedrigeren Höhen nach oben vorstoßen. Die Moose und Flechten jedoch haben keinen Platz, um nach oben auszuweichen, und werden zusehends verdrängt.


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