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Lawinengefahr in Zermatt

Immer wieder melden die Nachrichten auch in Zermatt und Umgebung Lawinenunglücke, die Menschen das Leben gekostet haben. Innerhalb von nur einer Woche starben im März 2011 fünf Menschen in Lawinen. Die Lawinen gehören zum täglichen Leben im gesamten Alpenraum seit Anbeginn der Zeit dazu und auch die Menschen in Zermatt haben gelernt, mit der ständigen Gefahr von Lawinenabgängen zu leben – auch wenn Meldungen von Toten jedes Mal für Erschütterung sorgen. Lawinen scheinen unberechenbar zu sein, es ist kaum vorauszusehen ob, wo und wann sich Schneemassen lösen werden und das macht vielen Menschen Angst. Doch im Laufe der Jahrhunderte, die der Mensch nun schon die Täler der Alpen bewohnt, hat er Maßnahmen zur Prävention und zur Rettung entwickelt, die sich auch Urlauber und Skifahrer in Zermatt zu Herzen nehmen sollten.


Von Lawinen geht im Skigebiet von Zermatt die größte Gefahr aus.

Prävention: Lawinen vermeiden

Lawinen lassen sich nur schwer vermeiden, denn sie haben die unterschiedlichsten Ursachen. An der Entstehung einer Lawine sind immer viele verschiedene Faktoren beteiligt. Je nachdem, welche Lawinenart sich löst, stecken unterschiedliche Prozesse dahinter.

Man unterscheidet Schneebrettlawinen, also eine zusammenhängende, abrutschende Schneedecke, Lockerschneelawinen, bei denen sich unverfestigter Schnee in einer Kettenreaktion zur Lawine entwickelt, Eislawinen, bei denen Eis von Gletschern abbricht und bei denen die Eisbrocken nach dem Aufschlag eine Fließlawine auslösen, sowie Ober- und Grundlawinen und Hang- und Tallawinen.


In der Regel werden sie alle durch eine starke Hangneigung, einen flacher Untergrund, große Mengen Neuschnee und Wind begünstigt. Anhand dieser Fakten lassen sich nun Maßnahmen zum Lawinenschutz vornehmen, die auch in Zermatt zur Anwendung kommen. Dabei unterteilt man passiven und aktiven Lawinenschutz. Passiver Lawinenschutz besteht darin, Lawinenverbauungen – Betonwände und -überdachungen, Zäune und Gitterverbauten – zu errichten, um Straßen und Dörfer zu schützen und keine Baugenehmigungen in gefährdeten Gebieten zu erteilen. Aktiver Lawinenschutz bedeutet, Lawinen vorzubeugen. Dazu gehören zum Beispiel Aufforstungsprogramme, denn dichter Wald kann den Abgang von Schneebrettlawinen verhindern. Auch künstliche Schutzbauten, wie Netze, Gitter oder windbrechende Barrieren aus Holz, Beton oder Stahl, gehören dazu. Eine weitere Möglichkeit sind Lawinensprengungen, wie sie auch von der Air Zermatt an besonders gefährdeten Stellen durchgeführt werden. Durch die kontrollierten Lawinenabhänge wird die Schneedecke entlastet.


Lawinenhunde helfen in Zermatt bei der Bergung Verschütteter

Verhalten bei Lawinenabgang

Trotz aller Präventionsmaßnahmen lassen sich Lawinen nicht verhindern. Wenn Sie im Winter in den Bergen von Zermatt unterwegs sind, sollten Sie deshalb gewisse Vorsichtsmaßnahmen treffen. Beachten Sie unbedingt die aktuelle Lawinengefahrstufe, die auf einer Skala von 1 bis 5 angegeben wird. Besonders gefährdete Gebiete sind unbedingt zu meiden. Auch wer sich von den gesicherten Skigebieten entfernt, bringt sich selbst in Gefahr – und zwar in eine, die nur schwer abzuschätzen ist.

Wer dennoch unterwegs sein möchte, sollte eine Sicherheitsausrüstung dabei haben, die wenigstens ein Lawinenverschüttetensuch-Gerät (LVS), eine Lawinenschaufel, eine Lawinensonde, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung und ein Kommunikationsmittel (Funkgerät/ Handy/ Trillerpfeife) beinhalten sollte. Auch ein Lawinenairbag kann lebensrettend sein.

Läuft man Gefahr, von einer Lawine erfasst zu werden, ist es nur wenig erfolgversprechend, zu versuchen, der Lawine davon zu laufen oder zu fahren, auf ihr zu reiten oder mit ihr zu schwimmen. Stattdessen empfehlen Experten, Rettungsmittel, wie den Lawinenairbag, zu aktivieren, einen Schnorchel („Avalung“) in den Mund zu nehmen, um unter dem Schnee atmen zu können, Ski oder Snowboards zu lösen, um nicht stecken zu bleiben und die Stöcke wegzuwerfen.

Ist man selbst vom Lawinenabgang nicht betroffen, beobachtet aber, wie Menschen von den Schneemassen ergriffen werden, muss als erstes die Bergrettung – in diesem Fall die Air Zermatt – alarmiert werden. Durch genaue Beobachtung sollte der Aufenthaltsort von Verschütteten lokalisiert werden. Unter der Berücksichtigung des Eigenschutzes – es besteht die Gefahr von Nachlawinen – kann man auch selbst versuchen, die Verschütteten selbst zu bergen. Die organisierte Bergrettung bringt gegebenenfalls Lawinenhunde zum Einsatz, wobei inzwischen nicht mehr die großen Bernhardiner zum Einsatz kommen, sondern schnelle, wendige Hunde wie Deutsche und Belgische Schäferhunde.






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