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Lawinengefahr in Zermatt

Die Lawinengefahr in Zermatt ist ein Thema, über das viele Urlauber nicht länger nachdenken, bevor Sie zum Skifahren ans Matterhorn kommen. Doch immer wieder melden die Nachrichten auch in Zermatt und Umgebung Lawinenunglücke, die Menschen das Leben gekostet haben. Innerhalb von nur einer Woche starben im März 2011 fünf Menschen in Lawinen. Im Juli 2012 dann schienen die Meldungen tragischer Lawinenunglücke am Mont Blanc und am Lagginhorn gar nicht abreißen zu wollen. Am 12. Juli 2012 starben neun Menschen in einer Lawine am sogenannten „Verfluchten Berg“, dem Mont Maudit im Montblanc-Massiv. Unter ihnen waren auch drei Deutsche.

Nur zwei Tage nach dem Unglück öffnete Kurt Lauber am Matterhorn die Hörnlihütte für die Sommersaison, in dem vollen Bewusstsein, dass die Lawinen auch am Matterhorn wieder Todesopfer fordern können. Die Lawinengefahr gehört in Zermatt und überall im Alpenraum seit Anbeginn der Zeit zum täglichen Leben dazu und auch die Menschen in Zermatt haben gelernt, mit der ständigen Gefahr von Lawinenabgängen zu leben – auch wenn Meldungen von Toten jedes Mal für Erschütterung sorgen. Seit Kurt Lauber 1995 die Stelle des Hüttenwarts übernahm, starben am Matterhorn 99 Menschen. Zahllose Rettungsaktionen hat er seitdem miterlebt, organisiert und durchgeführt. Manchmal konnte er Menschenleben retten, manchmal nur noch das Schlimmste bestätigen. Er sagte gegenüber dem Magazin „Focus“: „Es ist ein heikler Berg. Die Natur ist stärker als wir Menschen. Sie setzt sich immer durch.“


Die Lawinengefahr in Zermatt wird oftmals unterschätzt.

Lawinen scheinen unberechenbar zu sein, es ist kaum vorauszusehen ob, wo und wann sich Schneemassen lösen werden und das macht vielen Menschen Angst. Doch im Laufe der Jahrhunderte, die der Mensch nun schon die Täler der Alpen bewohnt, hat er Maßnahmen zur Prävention und zur Rettung entwickelt, die sich auch Urlauber und Skifahrer bei Lawinengefahr in Zermatt zu Herzen nehmen sollten.

Prävention: Die Lawinengefahr in Zermatt meiden

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der Pistenpatrouille Zermatt lassen sich Lawinen nur schwer vermeiden, denn sie haben die unterschiedlichsten Ursachen. An der Entstehung einer Lawine sind immer viele verschiedene Faktoren beteiligt. Je nachdem, welche Lawinenart sich löst, stecken unterschiedliche Prozesse dahinter.

Man unterscheidet Schneebrettlawinen, also eine zusammenhängende, abrutschende Schneedecke, Lockerschneelawinen, bei denen sich unverfestigter Schnee in einer Kettenreaktion zur Lawine entwickelt, Eislawinen, bei denen Eis von Gletschern abbricht und bei denen die Eisbrocken nach dem Aufschlag eine Fließlawine auslösen, sowie Ober- und Grundlawinen und Hang- und Tallawinen.


In der Regel wird die Lawinengefahr durch eine starke Hangneigung, einen flachen Untergrund, große Mengen Neuschnee und Wind begünstigt. Anhand dieser Fakten lassen sich nun Maßnahmen zum Lawinenschutz vornehmen, die auch in Zermatt zur Anwendung kommen. Dabei unterteilt man passiven und aktiven Lawinenschutz. Passiver Lawinenschutz besteht darin, Lawinenverbauungen – Betonwände und -überdachungen, Zäune und Gitterverbauten – zu errichten, um Straßen und Dörfer zu schützen und keine Baugenehmigungen in gefährdeten Gebieten zu erteilen. Aktiver Lawinenschutz bedeutet, Lawinen vorzubeugen. Dazu gehören zum Beispiel Aufforstungsprogramme, denn dichter Wald kann den Abgang von Schneebrettlawinen verhindern. Auch künstliche Schutzbauten, wie Netze, Gitter oder windbrechende Barrieren aus Holz, Beton oder Stahl, gehören dazu. Eine weitere Möglichkeit sind Lawinensprengungen, wie sie auch von der Air Zermatt an besonders gefährdeten Stellen durchgeführt werden. Durch die kontrollierten Lawinenabhänge wird die Schneedecke entlastet.

Richtiges Verhalten bei Lawinengefahr in Zermatt

Trotz aller Präventionsmaßnahmen lassen sich Lawinen nicht verhindern. Wenn Sie im Winter in den Bergen von Zermatt unterwegs sind, sollten Sie deshalb gewisse Vorsichtsmaßnahmen treffen. Beachten Sie unbedingt die aktuelle Lawinengefahrstufe, die auf einer Skala von 1 bis 5 angegeben wird. Besonders gefährdete Gebiete sind unbedingt zu meiden. Auch wer sich vom gesicherten Skigebiet Zermatt entfernt, bringt sich selbst in Gefahr – und zwar in eine, die nur schwer abzuschätzen ist.


Nach Angaben des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) gerieten im Jahr 2011 2.644 Personen bei Lawinengefahr in Not und mussten von der Bergrettung geborgen werden. Insgesamt verzeichnete der SAC 151 Personen, die 2011 beim Bergsport in den Schweizer Alpen ums Leben gekommen sind. Das ist ein deutlicher Anstieg um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Informieren Sie sich deshalb immer vorab über mögliche Gefahren und gehen Sie kein Risiko ein, wenn Sie in den Bergen von Zermatt unterwegs sind.

Die Rettungshunde sind bei Lawinengefahr in Zermatt stets im Einsatz.

Wer dennoch unterwegs sein möchte, sollte – unabhängig von der unmittelbaren Lawinengefahr in Zermatt – eine Sicherheitsausrüstung dabei haben, die wenigstens ein Lawinenverschüttetensuch-Gerät (LVS), eine Lawinenschaufel, eine Lawinensonde, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung und ein Kommunikationsmittel (Funkgerät/ Handy/ Trillerpfeife) beinhalten sollte. Auch ein Lawinenairbag kann lebensrettend sein.
Läuft man Gefahr, von einer Lawine erfasst zu werden, ist es nur wenig erfolgversprechend, zu versuchen, der Lawine davon zu laufen oder zu fahren, auf ihr zu reiten oder mit ihr zu schwimmen. Stattdessen empfehlen Experten, Rettungsmittel, wie den Lawinenairbag, zu aktivieren, einen Schnorchel („Avalung“) in den Mund zu nehmen, um unter dem Schnee atmen zu können, Ski oder Snowboards zu lösen, um nicht stecken zu bleiben und die Stöcke wegzuwerfen.

Ist man selbst nicht vom Lawinenabgang betroffen, beobachtet aber, wie andere Menschen von den Schneemassen ergriffen werden, muss als erstes die Bergrettung – in diesem Fall die Air Zermatt – alarmiert werden. Durch genaue Beobachtung sollte der Aufenthaltsort von Verschütteten lokalisiert werden. Unter der Berücksichtigung des Eigenschutzes – es besteht die Gefahr von Nachlawinen – kann man auch selbst versuchen, die Verschütteten selbst zu bergen. Die organisierte Bergrettung bringt gegebenenfalls Lawinenhunde zum Einsatz, wobei inzwischen nicht mehr die großen Bernhardiner zum Einsatz kommen, sondern schnelle, wendige Hunde wie Deutsche und Belgische Schäferhunde. Bei Lawinen gilt immer: Jede Sekunde zählt.

Bedenken Sie also, ob Sie sich der Lawinengefahr in Zermatt aussetzen wollen, denn es ist nicht nur Ihr eigenes Leben, das Sie riskieren, sondern auch das Leben der Bergretter, wie Kurt Lauber und Bruno Jelk.


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