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Tragödien Matterhorn

Das Matterhorn ist ein Berg der Extreme: Triumphe und Tragödien liegen hier eng beieinander – manchmal sind sie sogar kaum von einander zu trennen. Die Erstbesteigung des Matterhorns ist ein gutes Beispiel dafür: Sie war zugleich das triumphale Ende einer wilden Jagd auf den Gipfel und die erste einer langen Reihe von Tragödien am Matterhorn. Ein guter Ort, um sich dessen bewusst zu werden, ist der Bergsteigerfriedhof von Zermatt: Viele Bergsteiger haben auf den Bergen rings um Zermatt – vor allem aber am Matterhorn – ihr Leben verloren. Viele von ihnen sind eben auch hier begraben, in der Nähe der Berge, die sie liebten und an denen sie dann letztendlich verunglückten.

Die Tragödien am Matterhorn sind ein Teil des Lebens in Zermatt und sie sind untrennbar mit dem Berg verbunden. Die Statistik ist erschreckend: An keinem anderen Berg der Erde verunglückten mehr Menschen als am Matterhorn. Dabei ist das Matterhorn nicht der höchste Berg der Alpen und auch bei Weitem nicht der schwierigste. Allein im näheren Umkreis gibt es einige Viertausender, die technisch wesentlich anspruchsvoller sind als das Matterhorn. Dennoch scheinen die Tragödien am Matterhorn kein Ende nehmen zu wollen. Seit der Erstbesteigung des Matterhorns starben hier über 500 Bergsteiger. Jedes Jahr kommen weitere hinzu. Für Kurt Lauber, den Hüttenwart der Hörnlihütte und stellvertretenden Rettungschef von Zermatt, gehören Unfälle zum Alltag – leider auch solche mit Todesfolge.


Die Tragödien am Matterhorn kommen plötzlich

Die Tragödien am Matterhorn zeigen es: d's Horu ist ein Schicksalsberg.

In seinem Buch Der Wächter des Matterhorns schreibt Lauber: „Während der letzten fünfundzwanzig Jahre habe ich an über 1.000 Rettungseinsätzen in den Bergen teilgenommen. Ich habe viele negative Erlebnisse mit tragischem Ausgang gesehen. Durch Selbstverschulden – oder weil es das Schicksal so wollte. Viele Bergsteiger überschätzen sich und unterschätzen den Berg. Sie versuchen ihre Ziele zu erzwingen, ohne die Natur zu respektieren.“ Wenn an einem schönen Sommermorgen bis zu 140 Bergsteiger die Hörnlihütte gen Matterhorn-Gipfel verlassen, kann man schon zu der Annahme verleitet werden, das Matterhorn wäre massentauglich. Man könnte glauben, dass es jeder auf den Gipfel schafft. Doch diese Annahme verleitet immer wieder auch jene zum Gipfelsturm, die der Herausforderung –aus welchem Gründen auch immer – nicht gewachsen sind. Und genau in solchen Momenten kommt es dann zu Tragödien am Matterhorn. Vor allem der Abstieg sei gefährlich, beobachtet Lauber, denn für die meisten Bergsteiger ist der Gipfel das Ziel. Sie erkennen nicht, dass der Gipfel nur die Hälfte der Tour ist. Wenn sie dann unkonzentriert sind, lassen sich Katastrophen manchmal nicht verhindern. Oftmals bleibt den unglücklichen Alpinisten dann nicht einmal mehr Zeit zum Schreien.

Auch bei der Erstbesteigung des Matterhorns ereignete sich die Tragödie beim Abstieg. Nach der geglückten Eroberung des Gipfels rutschte der Engländer Douglas Hadow aus und riss zwei seiner Seilgefährten mit in die Tiefe. Sein Leichnam wurde unter dem Altar der Englischen Kirche beigesetzt. Seinen Begleiter Douglas Adams fand man bis heute nicht. Überhaupt werden noch über 25 Bergsteiger am Matterhorn vermisst. Die Wahrscheinlichkeit, ihre sterblichen Überreste zu finden, ist nach wenigen Tagen schon gering, schreibt Lauber in seinem Buch.

Im Matterhorn-Museum Zermatlantis sehen Interessierte heute den Schuh von Douglas Hadow und das gerissene Seil der Erstbesteigung. Es sind die Zeugnisse einer der größten Tragödien am Matterhorn. Doch es sollte nur die erste von vielen sein. Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren schien die Zahl der Toten in die Höhe zu schnellen: Bis zu 20 Verunglückte wurden in einem Sommer gezählt. Einer Statistik zufolge trifft es jeden 200. Bergsteiger am Matterhorn. Und weil man üblicherweise in Zweierseilschaften am Berg unterwegs ist, ist die Zahl der Opfer zumeist auch eine gerade, denn wenn man fällt, fällt man zumeist gemeinsam. Andere Bergsteiger, die das Pech haben, sich in der Nähe des Unglücks aufzuhalten, verharren dann oftmals panisch in einer Schockstarre und müssen von den Hubschraubern der “Air Zermatt”//:redaxo:311 eingesammelt werden. Die Tragödien am Matterhorn bleiben nicht unbeobachtet und auch von der Hörnlihütte aus – von der aus man die gefährliche Ostwand genau überblicken kann – kann man mit etwas Pech Zeuge eines Unglücks werden.


So verhindern Sie Tragödien am Matterhorn

Auf dem Weg zum Gipfel ereigneten sich viele Tragödien am Matterhorn

Kurt Lauber hat einige Tipps für Bergsteiger, die sich nicht in die lange Reihe der Unglücksfälle am Matterhorn einreihen wollen. Wer sein Buch liest und eine Besteigung plant, der sollte sich vor allem Folgendes zu Herzen nehmen: Engagieren Sie einen Bergführer, trainieren Sie vorher ausgiebig auch in großen Höhen, achten Sie auf die richtige Ausrüstung, nehmen Sie sich in den Bergen von Zermatt Zeit zum Akklimatisieren, hören Sie auf den Rat des Hüttenwarts und der Bergführer und bleiben Sie von der Hütte bis zur Hütte konzentriert bei der Sache. Hören Sie zu keinem Zeitpunkt auf, Ihre Kräfte und Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Erzwingen Sie den Gipfel nicht und erlauben Sie es sich, umzudrehen, wenn das Wetter nicht mitspielt.

Lauber schreibt: „Wer die Sprache der Natur nicht versteht, sollte einfach auf die Ratschläge der Bergführer und Hüttenwarte hören.“ Dann haben Sie gute Chancen, den Gipfel zu erreichen und den Berg auch heile wieder zu verlassen. Der Hüttenwart stellt erfreut fest, dass immer mehr Menschen mit Bergführer den Gipfelsturm wagen und dass in Folge dessen auch die Zahl der Tragödien am Matterhorn deutlich zurück gegangen ist. Doch auch ein guter Bergführer kann Sie nicht um jeden Preis auf den Berg schaffen. Das müssen Sie ganz alleine schaffen. Der Stolz und das Glücksgefühl mit dem man dafür belohnt wird, sind jedoch unbezahlbar.


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