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Routen Matterhorn

Das Matterhorn ist ein Sehnsuchtsberg und viele Bergsteiger aus aller Welt träumen davon, einmal auf seinem Gipfel zu stehen und den Triumph zu genießen, jenen Berg bezwungen zu haben, der lange Zeit als unbesteigbar galt. Welche Route auf das Matterhorn man dabei wählt, hängt ganz von der persönlichen Erfahrung und Kondition ab und davon, wie groß die persönliche Herausforderung der Matterhorn-Besteigung sein soll.

Allgemein gilt, dass der Berg gerade von alpinen Anfängern häufig unterschätzt wird. Die Tatsache, dass sich alljährlich tausende Alpinisten an seine Besteigung wagen, verleitet leider auch immer wieder unerfahrene Bergsteiger zu der Annahme, das Matterhorn sei leicht zu bewältigen. Wer das glaubt, sollte sich jedoch bewusst machen, dass auch die leichteste Route auf das Matterhorn – über den Zmuttgrat – eine hochalpine Herausforderung darstellt. Einen einheimischen Bergführer-Profi zu engagieren ist also unbedingt eine vernünftige Entscheidung. Auch an der Ausrüstung sollten Sie nicht sparen. In unserem Shop für Bergsteiger-Ausrüstung und in unserem Outdoor-Shop Zermatt finden Sie alles, was Sie dafür brauchen.


Routen auf das Matterhorn: die Grate

Die Routen auf das Matterhorn unterteilen sich in Routen über die Wände und Route über die Grate. Die Standardroute auf das Matterhorn führt über den Nordostgrat, den sogenannten Hörnligrat, und folgt dabei dem Weg, den Edward Whymper 1865 zur Erstbesteigung des Matterhorns wählte. Auf der SAC Berg- und Hochtourenskala wird die Route über den Hörnligrat mit ZS+ bzw. III+ angegeben, also „ziemlich schwierig“. Damit gilt der Hörnligrat als einer der leichtesten der vier Grate. Etwa 5 bis 6 Stunden müssen Sie für die Route über den Hörnligrat auf das Matterhorn einplanen. Sie beginnen die Besteigung an der Hörnlihütte (3.260m ü.M.) und steigen dann auf den Spuren Edward Whympers und seiner Begleiter hinauf zum Gipfel in 4.478 Metern Höhe.

Ebenfalls mit einem Schwierigkeitsgrad von ZS+ bzw. III+ wird die Route über den Liongrat auf das Matterhorn angegeben. Wer über den Südwestgrat zum Matterhorn aufsteigen will, beginnt die Tour im italienischen Breuil-Cervinia. Von hier aus steigen Sie zur Rifugio Jean-Antoine Carrel (3.829m ü.M.), dem Ausgangspunkt dieser Route auf das Matterhorn. Jean-Antoine Carrel (1829 – 1890), nach dem die Hütte benannt ist, war zunächst ein enger Freund von Edward Whymper, bis sie sich über dem Wettlauf auf den Gipfel des Matterhorns entzweiten. Carrel hatte das Matterhorn von seiner Heimat Italien aus besteigen wollen, während Whymper darauf bestand, aus Zermatt zu starten. Bergsteiger, die heute über diese Route zum Matterhorn hoch steigen, folgen also den Spuren des Mannes, der drei Tage nach Whymper den Gipfel des ersehnten Berges bezwang.


Die größte Herausforderung unter den Routen am Matterhorn stellt der Furggengrat dar. Auf der SAC Berg- und Hochtourenskala wird er mit SS bzw. V+ („sehr schwierig“) angegeben. Kein Wunder, dass die Erstbesteigung des Gipfels auf dieser Route erst 46 Jahre nach der Erstbesteigung des Matterhorns erfolgte. Am 9. September 1911 gelang es Mario Piacenza, Jean-Joseph Carrel und Joseph Gaspard, diese Route auf das Matterhorn zu erschließen. Wer heute über den Südostgrat auf das Matterhorn aufsteigt, beginnt die Tour im italienischen Bergsteigerdorf Breuil-Cervinia und startet den Aufstieg am Bivacco Bossi (3345 m). Etwa sieben Stunden dauert dann die Kletterei zum Gipfel des Matterhorns. Etwa die gleiche Zeit benötigen Sie auch, wenn Sie über den vierten Grat, den Nordwest- oder Zmuttgrat aufsteigen wollen. Diese Route auf das Matterhorn wird mit S bzw. IV („schwierig“) angegeben und hat ihren Ausgangspunkt an der Hörnlihütte.


Wissenswertes über die Routen auf das Matterhorn

Für die Durchsteigung der Matterhorn-Nordwand werden in der Regel 12 bis 14 Stunden angesetzt. Speed-Kletterer Ueli Steck aber stellte 2009 einen neuen Geschwindigkeitsrekord an der Nordwand des Matterhorns auf: nur 1 Stunde und 56 Minuten brauchte der Schweizer Extrembergsteiger für die klassische Schmid-Route.

2011 stellten zwei Zermatter Bergsteiger auch auf einer anderen Nordwand-Route einen Geschwindigkeitsrekord auf: Patrik Aufdenblatten und Michael Lerjen bezwangen Ende September die extrem anspruchsvolle Bonatti-Route in sensationellen 7 Stunden und 14 Minuten. Noch fünf Jahre zuvor hatte Ueli Steck für die gleiche Route 25 Stunden gebraucht. Walter Bonatti, nach dem die Route benannt ist, brauchte 1965 (100 Jahre nach der Erstbesteigung des Matterhorns) noch sechs Tage für den Aufstieg.

Routen auf das Matterhorn: die Wände

Während die Grate auf das Matterhorn in der Regel für erfahrene Bergsteiger zu meistern sind, erfordern die vier Wände der „Pyramide Gottes“ hohe Fertigkeiten im Bereich der Felsenkletterei. Die Routen über die vier Wände werden alle mit SS („sehr schwierig“) angegeben und nehmen zudem wesentlich mehr Zeit in Anspruch. In der Regel übernachten die Kletterer im Biwak am Fels.

Drei der vier Routen auf das Matterhorn haben ihren Ausgangspunkt in Zermatt. Nur die Südwand erklettern Sie von Breuil-Cervinia aus. Als leichteste Wand-Tour gilt die Route über die Ostwand, die mit dem Schwierigkeitsgrad SS gekennzeichnet ist. Etwa 14 Stunden müssen Sie von der Hörnlihütte (3.260m ü.M.) auf das Matterhorn einplanen.

Die Matterhorn Nordwand – die lange Zeit als eines der letzten alpinen Probleme der Alpen betrachtet wurde – ist mit SS bzw. V gekennzeichnet und wird ab der Hörnlihütte mit 12 bis 14 Stunden kalkuliert. „V“ gibt dabei an, dass die Felskletterei an der Nordwand schon eine echte Herausforderung darstellt. Mit V+ wird die Westwand eingestuft, die Sie von der Schönbielhütte (2.694m ü.M.) aus besteigen. Planen Sie für diese extrem anspruchsvolle Route auf das Matterhorn etwa 12 Stunden ein.

Als schwierigste Tour gilt die Route über die Südwand auf das Matterhorn. In etwa 15 Stunden klettern Sie von der Rifugio Duca degli Abruzzi (2.802m ü.M.) auf den Gipfel. Diese Tour ist mit SS+ bzw. V+ gekennzeichnet und wirklich nur Kletter-Profis zu empfehlen.

Bevor Sie sich selbst auf den Weg zum Gipfel machen, genießen Sie den Aufstieg mit der Matterhorn-DVD Matterhorn und Zugspitze von Jürgen Gorter.


Am Ende aller Routen auf das Matterhorn schält sich hoffentlich der Sehnsuchtsgipfel aus den Wolken.

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