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Matterhorn-Nordwand

Die Matterhorn-Nordwand ist eine der ganz großen Herausforderungen für Bergsteiger in den Alpen. Lange Zeit haftete ihr der Nimbus von Gefahr und Todesmut an und noch heute ist der bloße Gedanke an die schroffe, abweisende Wand, die über Zermatt aufragt, mit viel Adrenalin und Respekt verbunden. Neben den Nordwänden von Eiger und Grande Jorasses zählte die Matterhorn-Nordwand bis 1931 zu den „letzten drei Problemen der Alpen“.

Zwar war das Matterhorn, das bis dahin als unbezwingbar gegolten hatte, 1865 endlich bestiegen worden, doch die Nordwand stellte die Bergsteiger noch immer vor eine unlösbare Herausforderung. Erst die Gebrüder Franz (26 Jahre) und Toni (22 Jahre) Schmid bewiesen dann, dass die Besteigung nicht unmöglich war. Das Echo auf diese Leistung war enorm und 1932 sollten die beiden für die Erstdurchsteigung der Matterhorn-Nordwand den Prix olympique d’alpinisme erhalten. Toni Schmid erlebte die Auszeichnung jedoch nicht mehr, weil er kurz zuvor an der Nordwand des Wiesbachhorns tödlich verunglückte.

Die Probleme der Matterhorn-Nordwand liegen in der Gesteinsbrüchigkeit, der Länge der Gipfeltour und den oft vorherrschenden schlechten (Wetter-)Verhältnissen.


Herausforderung: Matterhorn-Nordwand

Die Matterhorn Nordwand ist das Sehnsuchtsziel anspruchsvoller Bergsteiger

Bis heute jedoch stellt die Matterhorn-Nordwand eine Herausforderung dar, der sich nur wenige, sehr erfahrene Bergsteiger überhaupt stellen. Ausgangspunkt für die Besteigung ist die Hörnlihütte auf 3.260 Metern über dem Meeresspiegel. Sie liegt am Hörnligrat und bietet die Möglichkeit, in die Nordwand einzusteigen. Dann haben Bergsteiger die Wahl zwischen der sogenannten Schmid-Route, die die Gebrüder Schmid 1931 für die Erstdurchsteigung nutzten, und der Bonatti-Route, die nach Walter Bonatti benannt ist, der 1965 eine neue Führe durch die Matterhorn-Nordwand fand. In seinem Buch “Die Berge meines Lebens” berichtet er unter anderem darüber. Dieses und andere Werke über die Nordwand finden Sie im Shop unter Matterhorn-Bücher.

Auf der SAC Berg- und Hochtourenskala wird die Nordwand mit dem Schwierigkeitsgrad SS bzw. V angegeben (auf der Französischen Skala entspricht dies TD (très difficile); mit V. UIAA-Grad Felskletterei). 12 bis 14 Stunden müssen Bergsteiger in der Regel für die Routen an der Matterhorn-Nordwand einplanen. Natürlich gibt es Ausnahmen und Extreme. Catherine Destivelle brauchte 1994 für die Solodurchsteigung der Nordwand auf der Bonatti-Route beispielsweise drei Tage. Ueli Steck brauchte als Speedbergsteiger nur 1 Stunde 56 Minuten auf der Schmid-Route – und stellte damit 2009 einen unfassbaren Geschwindigkeitsrekord auf – und 25 Stunden auf der Bonatti-Route. Dieter Marchart schaffte die Alleinerstbegehung 1959 in 5 Stunden. Es ist deshalb fast unmöglich, eine genaue Zeit anzugeben, die Sie für die Durchsteigung der Matterhorn-Nordwand brauchen.

Die Schmid-Route durch die Matterhorn-Nordwand

Die Schmid-Route durch die Matterhorn-Nordwand führt zunächst über ein Einstiegseisfeld, auf dem sich Bergsteiger so weit wie möglich rechts halten sollten. Idealer Weise geht man schon am Vortag der Besteigung einmal den Einstieg durch und orientiert sich. Das macht es am nächsten Morgen leichter, die richtige Route zu finden. Exakte Routenbeschreibungen gibt es nur wenige, jedoch kann man sich an einem recht markanten Band orientieren, sobald der Fels steiler wird. Der Schräge Couloir ist dann eine gut erkennbare Marke auf dem Weg zum Gipfel. Am Ende des Couloirs beginnt eine Rissverschneidung, die nach oben hin sehr steil wird.

Hier gibt es einen Standplatz, der sich gut für ein Biwak eignet. Von hier aus überquert man ein meist vereistes Couloir und erreicht etwa eine Stunde später die leichtere Gipfelwand, die man in Richtung Zmuttgrat überquert. Dann ist der Gipfel erreicht. Auf Grund der Steinschlaggefahr empfiehlt es sich, die Schmid-Route nur bei entsprechend kalten Temperaturen in Angriff zu nehmen. Am besten eignen sich kalte Tage in einem schneearmen Winter. Eine grobe Routenbeschreibung wie diese sollte aber niemals als Grundlage für die Durchsteigung der Matterhorn-Nordwand verwendet werden. Informieren Sie sich vorab ausführlich über die Strecke, über die Wetterbedingungen und über mögliche Ausweichrouten.

Lesen Sie hier mehr über die Routen auf das Matterhorn.


Nur mit Vorbereitung in die Matterhorn-Nordwand

Überhaupt ist die Matterhorn-Nordwand nur sehr erfahrenen Bergsteigern zu empfehlen. Große Ausdauer, Kraft, hohe technische Sicherheit und ein sehr guter Orientierungssinn sind unbedingte Voraussetzungen. Mitunter verbringen Sie mehrere Tage und Nächte in der Wand und müssen entsprechend gewappnet sein. Auf keinen Fall sollten Sie bei der Besteigung der Matterhorn-Nordwand darauf vertrauen, dass Sie im Notfall von der Bergrettung aus der Wand geholt werden.

Kurt Lauber schreibt in seinem Buch Der Wächter des Matterhorns, in dem er von seinem Leben als Hüttenwart der Hörnlihütte berichtet: „Die Bergrettung wird zuweilen als selbstverständlicher Service missverstanden.[…] Dank Mobiltelefon und einer guten Versicherung ist die Hemmschwelle stark gesunken. Da kann man >mal eben schnell< alarmieren. Und so bekommen wir es immer öfter mit heiklen Nacht- oder Schlechtwettereinsätzen zu tun, die nicht unbedingt sein müssten.“ Er weist auch darauf hin, dass die Bergretter dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um die Einsätze durchzuführen. „Besonders unschön ist es, wenn ich Bergsteigern helfen muss, nachdem ich ihnen ein paar Stunden zuvor von der Besteigung abgeraten habe. Ich bin überzeugt, einige planen eine Rettung schon von Anfang an mit ein: > Sollte es nicht klappen, dann lassen wir uns eben retten.<“ Die Matterhorn-Nordwand sollte deshalb nur nach intensiver Vorbereitung bestiegen werden, um solche Situationen zu vermeiden.


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