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Klein Matterhorn

Das Klein Matterhorn kommt mit seiner Höhe von 3.883 Metern zwar nicht ganz an seinen großen Namensvetter heran. Dafür bietet der Berg oberhalb von Zermatt unbestreitbare Vorteile, zum Beispiel einen relativ mühelosen Gipfelsturm. Auf dem Klein Matterhorn befindet sich nämlich die höchste Seilbahnstation Europas und die ist auf technisch höchstem Niveau beeindruckend zu erreichen.

Per Seilbahn auf das Klein Matterhorn

Von Zermatt aus führt die Luftseilbahn Matterhorn Express zunächst, über Furi, zur Zwischenstation “Trockener Steg” in 2.039 Meter Höhe. Bis in die 60er Jahre endete hier die Seilbahn von Zermatt aus. Erst seit Weihnachten 1979 führt sie von Trockener Steg aus weiter hinauf zum Klein Matterhorn. Noch nie zuvor wurde ein Tragseil, das dem Personentransport dient, so weit freihängend gespannt, wie hier von Trockener Steg zum Klein Matterhorn zwischen Mast 3 und der Bergstation auf dem Klein Matterhorn in Höhe von 2885m.

Condé Nast Traveller schrieb zur Fahrt hoch zum Klein Matterhorn jüngst: “It’s simply breathtaking”.

In den letzten Jahren entstanden die Furggsattelbahn (längste Gletschersesselbahn Europas) und eine Gondelbahn von Schwarzsee über Furgg bis Trockener Steg. Von Trockener Steg aus startet auch der längste Schlepplift der Welt. Über eine Strecke von fast vier Kilometern führt er über den Theodulgletscher zu einem Skilift.


Die meisten Besucher aber wollen natürlich ganz hoch hinaus. Rund 1800 Höhenmeter sind bis zum Gipfel des Klein Matterhorn noch zu überwinden. In der Bergstation auf 3.820 Metern angekommen steigen dann Blutdruck (Vorsicht wenn Sie Kreislaufprobleme haben!) und Spannung. Zunächst geht es durch einen Tunnel im Inneren des Berges zu Fuß weiter. Ein Aufzug und eine Treppe sind die letzten Hindernisse vor dem eigentlichen Klein Matterhorn-Gipfel. Dort oben angekommen, sind die meisten Besucher erst einmal ein wenig atemlos zum einen aufgrund der hier oben extrem dünnen Luft, zum anderen aufgrund der grandiosen Aussicht auf die umliegenden Gipfel der schweizerischen, französischen und italienischen Alpen.

Nachdem Sie das echte Matterhorn von der Aussichtsplattform aus ausführlich bestaunt und bewundert haben, können Sie im Inneren des Gipfel-Aufbaus des Klein Matterhorns eine begehbare Miniatur-Ausgabe des Matterhorns erkunden. Wenn Sie das Erlebte sacken lassen wollen, lassen Sie sich in die Ruhesessel in der Erlebnislandschaft sinken und genießen Sie den Blick aus den Panoramafenstern.

Das Skigebiet am Klein Matterhorn

Wer über eine gute Kondition verfügt, ist rund um das Klein Matterhorn auch als Skifahrer bestens aufgehoben. Das Gebiet gehört zum Sommerskigebiet von Zermatt, das als größtes und höchstgelegenes Skigebiet seiner Art in ganz Europa gilt. Vor allem der von hier aus gut erreichbare Theodulgletscher ist ganzjährig ein absoluter Magnet für Skifahrer.

Besucher, die sich von den Strapazen der dünnen Luft erholen möchten, sind im Gipfelrestaurant “Glacier Paradise” bestens aufgehoben. Erst vor wenigen Jahren wurden Restaurant und Alpinisten-Unterkunft auf dem Klein Matterhorn fertiggestellt. Beim Bau bewiesen die Schweizer wie so oft ihren Hang zum Perfektionismus. Die ausgeklügelte Nutzung des Abwassers und eine Energiekonzept-Einstufung entsprechend dem Standard eines Passivhauses erfüllen alle Anforderungen des Umweltschutzes. Eine integrierte Photovoltaik-Anlage kann mit Fug und Recht als Europas höchstes Sonnenkraftwerk bezeichnet werden. Vom Restaurant gelangt man per Lift direkt zum Gletscher-Palast, dem höchstgelegenen dieser Art weltweit. Unterhalb der Gletscheroberfläche kann der Besucher den Gletscher mitsamt seinen Spalten erforschen: ein einmaliges Erlebnis.


Klein Matterhorn im Umweltschutz ganz groß

Das Klein Matterhorn mag seinem Namensvetter, dem (großen) Matterhorn, ja im Hinblick auf die Größe in Einigem nachstehen, in einem Punkt aber ist das Klein Matterhorn allen anderen Bergen weit überlegen: Umweltschutz und erneuerbare Energien heißt das Stichwort, denn im April 2009 eröffneten die Zermatt Bergbahnen AG und die sol-E Suisse AG hier das welthöchste Sonnenkraftwerk. In 3.883 Metern über dem Meeresspiegel sollen hier jährlich mit einer Spitzenleistung von 22 Kilowatt etwa 37.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

Ort des Geschehens ist das neue Gipfelrestaurant Matterhorn Glacier Paradise, dessen südorientierte Fassadenflächen mit einer 170 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage versehen ist. Mit dem so erzeugten Strom wird der gesamte Energiebedarf für die Wärmeerzeugung und die Lufterneuerung des Restaurants hier auf dem Klein Matterhorn gedeckt. Der Überschuss wird dann in das Stromnetz der Zermatt Bergbahnen AG eingespeist und bei Bedarf wieder einbezogen. So ist das Restaurant vollkommen energieautark und, dank optimaler Bauweise, Wärmerückgewinnung und solarer Nutzung, ein hochmodernes Nullenergiegebäude. Die hochalpine Lage mit ihrer hohen Sonneneinstrahlung, die fast doppelt so hoch ist, wie an anderen Standorten, bietet beste Voraussetzungen dafür. Auch die klare Höhenluft, die Reflexion durch den Schnee und die dauerhaft niedrigen Temperaturen wirken sich positiv auf die Leistungen der Solarmodule aus.

Mit diesem Projekt auf dem Klein Matterhorn ist es dem Schweizer Büro Peak Architekten gelungen, neue Maßstäbe im hochalpinen Bauen zu setzen. Bislang blieben Gebäude in dieser enormen Höhe weit hinter den innovativen Standards der Gebäude im Tiefland zurück. Trotz extremer Wetter- und erschwerter Transport- und Arbeitsbedingungen zeigt das Restaurant Matterhorn Glacier Paradise, dass umweltfreundliches Bauen auch im hochalpinen Bereich möglich ist. Dafür erhielt das Touristenzentrum das Minergie-P-Zertifikat, das nur Gebäuden, die sehr strengen Anforderungen an Komfort und Wirtschaftlichkeit genügen, verliehen wird. Das Restaurant auf dem Klein Matterhorn ist das weltweit höchstgelegene Gebäude mit dieser Auszeichnung und setzt damit ein Zeichen, in dieser wundervollen Landschaft nicht gegen, sondern mit der Natur zu arbeiten und so ihre Einzigartigkeit zu bewahren.


Zermatts liebster Ausflugsberg: das Klein Matterhorn

Spannende Projekte am Klein Matterhorn

In den kommenden Jahren steht dem Berg wohl einiges bevor. Zunächst sind zwei neue Pendelbahnen geplant. Eine stützenfreie Bahn soll ab 2017 von Testa Grigia (3.479 Meter) auf das Klein Matterhorn hinaufführen. Eine weitere Bahn ist vom Furggsattel hinauf auf die Testa Grigia vorgesehen. Beide Projekte sehen als Ausstattung je zwei 150-Personen-Kabinen vor – ein Beweis, in welchen Dimensionen hier gedacht wird.

Ein weiteres Groß-Projekt ist ganz praktischer Natur: Ist ein Berg zu kurz, wird er einfach länger gemacht. Der Zermatter Künstler Heinz Julen und der mit ihm befreundete Architekt Ueli Lehmann planen seit Jahren, dem Klein Matterhorn einen pyramidenartigen Glasaufbau zu verpassen. Dann ließe sich der Berg mit seinen derzeit “nur” 3.883 Metern doch glatt in den wichtigen Olymp der Viertausender erheben. In der futuristischen Glaspyramide sollen dann später ein Multimedia-Kongressraum sowie eine Wellness-Anlage und ein Pool mit spektakulärem Ausblick Platz finden. Umweltschützer und Zermatt-Freunde halten von diesem Vorschlag herzlich wenig: Wahre Alpenfans dürften von der Idee einer Pyramide aus Stahl und Glas auf DEM Zermatter Ausstiegsberg kaum begeistert sein. Julen selbst jedoch hält sein Projekt keineswegs für größenwahnsinnig und sieht darin eine weitere Chance für die Tourismusregion Zermatt und das gesamte Wallis. Sein Dream Peak soll der Seele Flügel verleihen und allen Zermatt Besuchern die Möglichkeit geben, wahrhaft über den Gipfeln zu schweben.

Diesen Träumereien schob die Walliser Regierung nun aber einen Riegel vor. Im April 2014 verabschiedete sie den Beschluss, der eine Einzonung des Klein Matterhorns in die Ski- und Tourismuszone nur unterhalb von 3840 Metern über Meer gestattet. Der Gipfel soll jedoch unberührt bleiben. Eine Überbauung des Gipfels – und damit der Anbau zum Viertausender – wird damit unmöglich. Im Beschluss heißt es außerdem, dass die bereits bestehenden Anlagen (der Skilift, die Bergstation der Luftseilbahn, das Restaurant und die Unterkunft) zwar erhalten bleiben, aber nur mit Ausnahmebewilligung ausgebaut oder vergrößert werden dürfen.


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