Die Gornergratbahn - die zweithöchste Bergbahn Europas
Die Gornergratbahn ist wohl eine der großartigsten Bergbahnen der Alpen: Nicht genug damit, dass sie die älteste Bergbahn Zermatts ist, sie ist auch die zweithöchstgelegene Bahn Europas. Ihre Bergstation befindet sich auf dem Gornergrat in 3.089 Metern über dem Meeresspiegel. Dort hinauf führen 9,34 Kilometer purer Bergbahn-Nostalgie.
Die Gornergratbahn: Eine Meisterleistung der Ingenieurskunst
Die Bauarbeiten an der Schmalspurbahn wurden 1896 begonnen und dauerten gut drei Jahre, in denen über 2400 Bauarbeiter und Ingenieure ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst schufen: Als erste elektrisch betriebene Zahnradbahn der Schweiz sollte sie, mit einer Spurweite von 1.000 mm, fortan stündlich etwa 2.400 Personen in mehr als 3.000 Meter Höhe transportieren und dabei eine maximale Steigung von 20% überwinden. Um diesen Kraftakt bewältigen zu können, bedient sich die Gornergratbahn des Zahnradsystems Abt, dessen Lamellenzahnstange eine gleichmäßige Kraftübertragung gewährleistet.
Am 20. August 1898 wurde die Gornergratbahn in Zermatt feierlich eröffnet (wenige Tage nach Beginn der Arbeiten am Simplontunnel). Die Talstation befindet sich noch heute direkt gegenüber des Zermatter Bahnhofs. Über die Zwischenstationen Findelbach (1.770 m ü.M.), Riffelalp (2.210 m ü.M.), Riffelboden (2.348 m ü.M.), Riffelberg (2.582 m ü.M.) und Rotenboden (2.819 m ü.M.) geht es schließlich hinauf zum Gornergrat. Ursprünglich befand sich die Bergstation der Gornergratbahn 113 Meter unterhalb des Gipfels, wo damals ein sogenannter “Giftshop”, ein Geschenkeladen, eröffnet wurde. Von dem Namen Giftshop (gift englisch Geschenk) wurde dann Jahrzehnte später der Name Gifthittli für den gleichnamigen Skilift Gifthittli abgeleitet.
1909 wurde die Strecke der Gornergratbahn verlängert, um Besucher auch bis auf den eigentlichen Gipfel zu fahren und so allen die Möglichkeit zu geben, die spektakuläre Aussicht auf das Matterhorn und die umliegenden Viertausender zu genießen.
Anfangs verkehrte die Gornergratbahn nur im Sommer, doch die zunehmende Erschließung der Zermatter Berge für den Wintersport forderte auch hier bald Neuerungen. So fuhren 1928 erstmals auch im Winter – abhängig von den Wetterverhältnissen – Züge bis zur Riffelalp oder sogar bis zur Station Rotenboden.
Ein winterlicher Betrieb bis zur Bergstation war damals allerdings auf Grund der hohen Lawinengefahr am Teilstück Riffelbord nicht möglich. Erst der Bau einer 770 Meter langen Lawinengalerie (zwischen 1939 und 1942) räumte dieses Problem aus dem Weg und machte den Weg frei für das Ganzjahresskigebiet auf dem Gornergrat. Seitdem ist es sommers wie winters möglich, den Gornergrat in seiner gesamten Pracht zu genießen, die Züge der Gornergratbahn verkehren während des gesamten Jahres.
Die Gornergratbahn heute: Ausflug mit der Matterhorn Railway
In der Hauptsaison verkehren die Züge alle 24 Minuten von der Talstation in Zermatt aus. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten und führt dabei über eindrucksvolle Brücken sowie durch unzählige Galerien und Tunnel. Unterwegs bieten sich Ihnen unvergessliche Ausblicke auf die spektakuläre Bergwelt Zermatts mit ihren verschneiten Hängen, idyllischen Bergseen, kühlen Wäldern und imposanten Schluchten. Allgegenwärtig ist die markante Silhouette des weltberühmten Matterhorns. Wenn Sie also auf das Gornergrat fahren setzen Sie sich für einen freien Blick auf das Horn unbedingt auf die rechte Seite.
Nicht nur der Gipfel des Gornergrats verspricht ein unvergessliches Naturerlebnis: Auch alle fünf Zwischenstationen laden zu Entdeckungstouren und ausführlichen Spaziergängen ein.
Steigen Sie zum Beispiel an der Station Riffelalp um in Europas höchstgelegene Trambahnlinie, die Riffelalptram, die die Station mit der eigentlichen Riffelalp verbindet oder wandern Sie von der Station Rotenboden aus zur Neuen Monte Rosa-Hütte und überqueren dabei den Gornergletscher.
Natürlich können Sie die Gornergratbahn auch als Aufstiegshilfe verwenden und von einer der Zwischenstationen aus den Gipfelsturm zu Fuß fortsetzen. Auf gutmarkierten Wanderwegen kommen auch weniger bergerfahrene Ausflügler auf ihre Kosten.
Ein wahrhaft unvergessliches Erlebnis ist eine Sonnenaufgangs-Fahrt mit der Gornergratbahn: Der Tau liegt noch auf den Wiesen, die Natur erwacht gerade erst und nur das leise Surren der Bergbahn durchbricht die Stille. Am Gipfel erwartet Sie dann ein Anblick, den Sie nicht so schnell vergessen werden: Majestätisch erhebt sich die Sonne über die Gipfel der Walliser Alpen. In diesem Moment wissen Sie, Sie sind im Urlaub und der Alltag ist ganz weit weg.
Eine virtuelle Fahrt mit der Gornergratbahn
Gönnen Sie sich schon jetzt einen gedanklichen Kurzurlaub und steigen Sie mit uns in die Gornergratbahn, um über tiefe Schluchten, vorbei an tiefblauen Gebirgsseen und saftigen Wiesen, durch Tunnel und Galerien hinauf zum Gornergrat zu fahren: Ideal ist ein klarer, sonniger Tag, der Ihnen einen exzellenten Ausblick auf die Viertausender garantiert.Den besten Blick haben Sie übrigens, wenn Sie in Fahrtrichtung rechts sitzen.
Los geht‘s gleich neben dem Bahnhof von Zermatt. Mit zwanzig Prozent Steigung geht es ziemlich zügig bergauf und bald schon genießen Sie den herrlichen Ausblick auf Zermatt und das Matterhorn. Es geht über die Getwingbrücke und über den Findelenbachviadukt, bevor wir an der Station Findelbach auf 1.770 m ü.M. erstmals zum Stehen kommen.Danach wird es spannend: Es folgt eine Reihe von Tunneln, deren längster der Landtunnel mit 179 Metern ist. Kurz darauf erreichen wir nach einer Fahrt durch einen Lärchenwald den Bahnhof Riffelalp. Hier können Sie nach Belieben im Sommer in die Riffelalptram umsteigen. Es folgen die Station Riffelboden und kurz darauf die 770 Meter lange Riffelbordgalerie. Wenn wir die Station Riffelberg erreichen – von der aus Sie tolle Wanderungen unternehmen können – sind wir schon auf 2.582 m ü.M. angekommen. Fünfhundert Höhenmeter trennen uns nun noch von der Endstation Gornergrat.
Auf diesen letzten Metern, in der die Gornergratbahn zum Gipfel “klettert”, lässt sich bereits der grandiose Ausblick auf die umliegenden Viertausender genießen. Die Fahrt endet im Bergbahnhof Gornergrat, einem maurisch anmutenden, nach englischen Stil erbauten, Kastell. Bevor die heutige Endstation der Gornergratbahn im Jahre 1906 eröffnent wurde, bestand das Stationsgebäude aus dem Jahre 1898, aus Holzfachwerk mit Verschalung und einem flachen Holzzementdach. Nachdem Sie die Matterhorn-Railway verlassen haben, gehen Sie zum gegenüber dem Bahnhof gelegenen Kulmhotel. Mit dem Aufzug fahren Sie zur Aussichtsplattform des höchstgelegenen Hotels der Schweiz, dem „3100 Kulmhotel Gornergrat“, in 3.135 Metern über dem Meeresspiegel und Ihr Ausflug zum Gornergrat findet einen krönenden Abschluß mit dem atemberaubenden Gipfelpanorama: Wie die Perlen einer Kette reihen sich die mächtigen Viertausender aneinander. Den Anfang macht das Monte-Rosa-Massiv, mit der Dufourspitze (4634 m), der früher mal Gornerhorn hieß. Sogar einige Meter höher als das Matterhorn ist der Lyskamm (4527 m.), gegen den Castor (4228 m) und Pollux (4092 m) beinahe unscheinbar wirken. Schon bedeutend wuchtiger ragt dann das Breithorn (4164 m) in den Walliser Himmel. Am seiner rechten Flanke ragt der Felszahn des Klein Matterhorn (3883 m) aus der Eiswüste. Vom dort geht der Blick dann über den Theodulgletscher zum “richtigen” Matterhorn.
Gornergratbahn
Zahlen & Daten:
| Konzession | 1892 |
| Baubeginn | 1896 |
| Gornergratbahn AG | 1896 |
| 1. Versuchsfahrt | 1897 |
| Eröffnung | 20.8. 1898 |
| Verlegung Endstation | 1909 |
| Winterbetrieb | 1928/ 1929 |
| Umbau | 1930 |
| Leichttriebwagen | 1947 |
| Doppeltriebwagen | 1965 |
| Streckenlänge | 9,34 km |
| Max. Steigung | 20 % |
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