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Hörnlihütte

Die Hörnlihütte am Fuß des Matterhorns ist die berühmteste Berghütte bei Zermatt und Anlaufpunkt für alle, die den beeindruckenden Berg bezwingen oder einfach so in seiner Nähe Höhenluft schnuppern möchten. In 3.260 Metern ü.M. gelegen, bietet die Berghütte am Hörnligrat phantastische Blicke auf die umliegenden Viertausender und – gemeinsam mit dem dazu gehörigen “Berghaus Matterhorn” – Schlafplätze für insgesamt 170 Personen.

Der “Wächter des Matterhorns” und die Hörnlihütte

Die SAC-Berghütte, die von Ende Juni bis Mitte September von Kurt Lauber aus Zermatt bewartet wird und die eine erstaunlich gute Küche bietet, liegt am nordöstlichen Hang des Matterhorns, auf dem sogenannten Hörnligrat. Seit 18 Jahren schon ist Kurt Lauber der „Wächter des Matterhorns“, versorgt die Gäste und Bergsteiger, die von hier aus zum Gipfel des Matterhorns aufbrechen, berät und informiert sie über die jeweiligen Bedingungen am Berg und rückt im Notfall auch selbst aus, um verunglückte Alpinisten am Matterhorn zu retten. Mehr als 1.000 Einsätze hat Kurt Lauber von der Hörnlihütte aus schon unternehmen müssen – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. All dies beschreibt Kurt Lauber in seinem sehr lesenswerten Buch “Der Wächter des Matterhorns – Mein Leben auf der Hörnlihütte“, das im April 2012 erschienen ist und mittlerweile zum Bestseller geworden ist.


Die Hörnlihütte vor dem Alpenpanorama

Die Hörnlihütte wird auf der Standartroute zum Gipfel passiert. Eine kleine Hilfe für den Aufstieg gibt es vorab: Von Zermatt aus kann der Matterhorn-Express und die Schwarzseebahn bis zur Station Schwarzsee (2583 m) genutzt werden. Von da an geht es etwa zwei Stunden lang zu Fuß über gut markierte und viel begangene Wege über den mächtigen Felsabsatz Hirli auf den Nordostgrat, den Hörnligrat. Nur wenige Stellen des Weges zur Hörnlihütte sind etwas ausgesetzter und dort mit Drahtseilen gesichert. Wer direkt von Zermatt aus laufen möchte, sollte über Winkelmatten, Furi und Schwarzsee etwa 4,5 Stunden einplanen. Der Weg zur Berghütte Hörnlihütte stellt keine größeren Anforderungen und kann auch von Nicht-Alpinisten relativ leicht bewältigt werden. Beim Anstieg ist nicht nur der Blick nach oben auf das nun riesig wirkende Matterhorn faszinierend, auch die Ausblicke über das Gletschertal von Zmutt auf Zinalrothorn und Obergabelhorn und rüber in Richtung Monte Rosa Massiv sind atemberaubend.

Wenn Sie auch beim Abstieg Richtung Zermatt wieder die Seilbahn ab Schwarzsee nehmen wollen, dann merken Sie sich unbedingt die Abfahrtszeiten der letzten Bahn ins Tal und treten Sie den Rückmarsch von der Hörnlihütte rechtzeitig an.

Geschichte der Hörnlihütte

Die Hörnlihütte wurde im Jahr der Erstbesteigung des Matterhorns, 1865, errichtet. Nachdem Edward Whymper und seine Männer gezeigt hatten, dass die Besteigung des einst als unbezwingbar geltenden Berges möglich war, lockte dieser Bergsteiger aus aller Welt an, die die Hörnlihütte als Basisstation nutzten. Damals war die Hörnlihütte noch nicht viel mehr als eine provisorische Notunterkunft. 1880 dann nahm sich der Zermatter Hotelpionier Alexander Seiler der Hütte an und errichtete hier die erste Hörnlihütte, die zwar immer noch spartanisch war, aber schon deutlich mehr Schlafplätze bot. 1911 erfolgte dann der Bau des “Berghauses Matterhorn”, das von der Burgergemeinde Zermatt betrieben wurde. Nach dem Umbau der Hörnlihütte 1916 standen nun 170 Schlafplätze an der Schulter des Matterhorns zur Verfügung. Wegen der räumlichen Nähe der beiden Gebäude kam es jedoch immer wieder zum „Hüttenkrieg“ (Walliser Bote), sodass 1987 entschieden wurde, dass nur noch ein Hüttenwart für beide Häuser zuständig sein sollte, um der Konkurrenz ein Ende zu machen. Mit dem Neubau der Hörnlihütte soll dieser zweischneidigen Nachbarschaft nun endgültig ein Ende gemacht werden.


Hörnlihütte-Buchtipp:

Niemand kennt die Hörnlihütte so gut wie Kurt Lauber, der „Wächter des Matterhorns“: seit 18 Jahren ist er nun schon Hüttenwart auf der Hörnlihütte am Matterhorn.

Hier ist er nicht nur für die Versorgung der Bergsteiger verantwortlich, er berät sie auch und erlebt ihre Niederlagen und Triumphe mit. Nicht selten muss er dann auch selbst auf den Berg, um verunglückte Bergsteiger zu retten, die sich überschätzt oder das Matterhorn unterschätzt haben.

Hier bei uns im Portal können Sie Kurt Laubers Buch Der Wächter des Matterhorns direkt bestellen.

Seit 1916 ist die Hörnlihütte der Ort, an dem sowohl alpine als auch nicht-alpine Gäste am Matterhorn versorgt werden. Vor dem Gipfel wartet dann nur noch die Notunterkunft Solvayhütte, die wirklich nur im Notfall genutzt werden darf. Die Hörnlihütte wurde lange Zeit mit Maultiertransporten beliefert. Heute übernehmen die Hubschrauber der Air Zermatt diese Aufgabe und sorgen dafür, dass es den Gästen auch in 3.260 Metern Höhe an nichts fehlt. Das Einzige, was es auf der Hörnlihütte nie genug gibt, ist Wasser. Die Wasserversorgung des Hauses läuft über einen Schmelzwasserspeicher, weshalb es in den hochfrequentierten Sommermonaten zu Wasserknappheit kommen kann. Darüber hinaus entsprechen beide Gebäude schon längst nicht mehr den heutigen Anforderungen an Gastronomie, Funktionalität und Energieeffizienz und müssen dringend saniert werden.

Hörnlihütte wurde 2014 umgebaut

Anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Hörnlihütte wurde deshalb für die Zeit bis 2015 ein aufwendiger Umbau mit umfassenden Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt. Mehr als 8 Millionen Schweizer Franken (ca. 6,52 Millionen Euro) betrugen die Kosten. Fernando Clemenz, der Direktor der Bergbetriebe der Matterhorn Group, versprach schon früh und hat sein Versprechen gehalten: “Wir setzen alles daran, dass wir ab 2015 eine Unterkunft bieten können, die den Bedürfnissen der Alpinisten und der nachhaltigen Energie-, Abwasser- und Wasserversorgung im hochalpinen Gebiet gerecht wird.“ Die Innovationen sind dringend notwendig, heißt es in einem Bericht der TV-Sendung „Schweiz Aktuell“: Im Lagerräum habe es Schwierigkeiten mit der Feuchtigkeit gegeben und die unbeheizten Schlafräume seien wenig gastlich gewesen. Darüber hinaus habe es überall in der Hütte gezogen. Die Toiletten der Hörnlihütte befanden sich 20 Meter außerhalb der Hütte und auch Duschen gab es nicht. All das hat sich nun geändert.


Dafür wurde die alte SAC-Hütte abgerissen und durch einen Ergänzungsbau ersetzt, der mit der über 100 Jahre alten Hütte „Belvedere“ (Berghaus Matterhorn) verbunden sein wird, seit 2015 in einem neuen, frischen ockernen Farbton erstrahlt. Die bisher getrennten Häuser Hörnlihütte und das danebengelegene Berghaus Belvedere bilden seit dem Umbau eine Einheit. Der neue Anbau ist mit einer dezenten Blechfassade verkleidet und auf dem Dach mit PV-Modulen ausgestattet, die die Stromversorgung gewährleisten. Auf der Terrasse der Hörnlihütte wurden außerdem thermische Kollektoren platziert, die die hochalpine Hütte mit warmem Wasser versorgen und passive Sonneneinstrahlung wird den größten Teil des Heizbedarfs übernehmen. Auf diese Weise wurde die Energiebilanz der Hörnlihütte halbiert. Damit setzt die Hörnlihütte ab 2015 neue Maßstäbe im hochalpinen Bauen.

Durch die Umbau- und Renovierungsmaßnahmen der Hörnlihütte entstanden außerdem 30 neue Schlafplätze, sodass nun 170 statt wie bisher nur 140 Alpinisten auf der Matterhornhütte übernachten können, und ein verbessertes Tagesrestaurant, mit dem die Hörnlihütte noch attraktiver für Tagesausflügler ist, die dem Matterhorn einmal nahe kommen wollen. Doch die Sanierung der Hörnlihütte auf über 3000 Metern Höhe war ein aufwendiges Unterfangen. Die unvermeidbare zeitweise Schließung der Berghütte vom Herbst 2014 bis 2015 kam einer Schließung des Matterhorns in diesem Zeitraum nahe. Schließlich übernachten jährlich etwa 3.500 Bergsteiger auf dem Weg zum Matterhorngipfel in der Hörnlihütte, an manchen Sommertagen bis zu 140 Personen pro Nacht. Die Sanierung der Hörnlihütte und des Berghauses Matterhorn musste also sorgfältig geplant werden. Am 13. April 2012 unterschrieben die Burger von Zermatt zunächst einmal den Kaufvertrag und übernahmen die Hörnlihütte von der SAC-Sektion Monte Rosa. Das war der Startschuss für das Projekt „Hörnlihütte 2015“.


Am 3. Juni 2013 trafen die ersten Arbeiter auf der Hörnlihütte ein. Seitdem liefen die Bauarbeiten an der neuen Hütte auf Hochtouren. Nachdem das Wetter anfänglich für einige Schwierigkeiten gesorgt hatte, liefen die Arbeiten den Sommer über dann reibungslos. Im September wurden die Wände der neuen Hütte errichtet. Die Hubschrauber der Air Zermatt spielen dabei eine zentrale Rolle. Bei den Bauarbeiten in solcher Höhe ist Präzision und fliegerisches Können gefragt. Der Bauleiter sah im Interview mit “Schweiz Aktuell” die größte Herausforderung darin, dass der Standort der Hörnlihütte extrem exponiert ist und dass vom Baubeginn im Juni nur sehr wenig Zeit blieb, die Hütte winterfest zu machen. Am 16.09.2013 schloss die alte Hörnlihütte dann endgültig ihre Türen. Zu diesem Zeitpunkt lag schon viel Schnee auf 3.260 Höhenmetern. Für die Bergsteiger und Bergführer von Zermatt und für die Mitarbeiter und Freunde der Hütte war das Ende der alten Hörnlihütte der Abschied von einer Legende. Und auch Hüttenwart Kurt Lauber blickte mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf die Veränderungen. Während er einerseits wehmütig war, die alte Hütte verlassen zu müssen, blickte er andererseits freudig und voller Aufregung in die Zukunft.

Übernachten auf der Hörnlihütte

Neben der guten Höhenluft, der einmaligen Bergsteiger-Atmosphäre und den spektakulären Sonnenaufgängen gibt es nach dem Abschluss der Bauarbeiten wieder viele gute Gründe, die Hütte zu besuchen: Sie liegt nämlich auch auf dem Höhenweg, der durch die Bergwelt rings um Zermatt führt: 400 Kilometer Wanderweg leiten Sie vorbei an die imposanten Hängen der Zermatter Viertausender und durch fünf verschiedene Täler. Die Hütte am Fuß des Matterhorns ist eine der 15 Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Weg.

Auch Nicht-Alpinisten eröffnet die Hörnlihütte am Matterhorn mit ihrem durch die Schwarzsee-Seilbahn erleichterten Aufstieg, die Möglichkeit, in eindrucksvollen Höhen von über 3.000 Metern zu übernachten und das Gefühl zu genießen, dem Himmel ein Stück näher zu sein.

Wenn Sie mehr über das Matterhorn und dessen Besteigung erfahren wollen, stöbern Sie doch einmal durch unsere Matterhorn-Bücher.


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