Bergsteigen Zermatt
Der Moment, in dem der Bergsteiger seinen Fuß auf den Gipfel eines Berges setzt, ist der Moment der absoluten Erfüllung. Nichts lässt sich mit dem Gefühl vergleichen, wenn man hoch oben auf dem Gipfel eines Viertausenders am Ziel seiner Wanderung angekommen ist und die Welt zu überblicken scheint.
Mit 38 Gipfeln über 4.000 Metern ist Zermatt eines der größten Sehnsuchtsziele für Bergsteiger aus aller Welt. Doch bis Sie tatsächlich das Gipfelkreuz erreichen, ist es ein langer Weg und eine Hochtour in den Viertausendern von Zermatt erfordert eine ausgiebige Vorbereitung. Neben dem körperlichen Training ist es vor allem die Ausrüstung, um die sich Bergsteiger kümmern müssen, bevor Sie mit dem Gipfelsturm beginnen. Hier haben wir deshalb einige wichtige Tipps zum Bergsteigen in Zermatt für Sie zusammengestellt.
Packliste Bergsteigen Zermatt
| Bekleidung | Ausrüstung |
| Funktionsjacke | Helm und Stirnlampe |
| Funktionshose | Eispickel |
| Fleecejacke | Sitz- und Brustgurt |
| Funktionshemd | Imprägniertes Seil |
| 2 Paar Handschuhe und Mütze | min. 2 Schraubkarabiner und Eisschrauben |
| Sturmhaube | 2x Kurzprusik, 2x Langprusik |
| evtl. weitere Pullover und T-Shirts | Teleskopstöcke |
| Gletscherbrille | Trillerpfeife und Taschenmesser |
| Gamaschen | Erste Hilfe Päckchen |
Darüber hinaus: Sonnencreme, Ersatzbrille/ Kontaktlinsen, Karte, Kompass, Höhenmesser, Funkgerät, Taschenlampe
Die richtige Ausstattung für Bergsteiger in Zermatt
Ohne feste Wanderschuhe, Steigeisen und Eispickel braucht man in den Bergen von Zermatt gar nicht erst loszugehen. Ein guter Allround-Wanderschuh, mit dem man auch in Höhen von 2.000 bis 3.000 Metern gut ausgestattet ist, zeichnet sich dadurch aus, dass er bis über den Knöchel hinaus nach oben reicht, aus Funktionsmaterial und mit Profilsohle hergestellt ist. Wer aber höher hinaus will, sollte auf massive Lederschuhe umsteigen, die wesentlich robuster sind als Schuhe aus Funktionsfaser. Hier lautet die Faustformel: Je höher das alpine Gelände ist, desto robuster muss das Material sein. Die Bergsteiger-Ausrüstung für Hochtouren umfasst des Weiteren Helm, Stirnlampe, Eispickel, Sitz- und Brustgurt, ein imprägniertes Seil, wenigstens zwei Schraubkarabiner, mehrere Eisschrauben, Teleskopstöcke, eine Trillerpfeife (alpines Notsignal) und ein Erste-Hilfe-Päckchen.
Darüber hinaus sollten Sie beim Bergsteigen in Zermatt auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Ein Wetterwechsel kommt schneller als man denkt und schon versinkt der strahlende Sommertag in einem heftigen Regenschauer, der den Bergsteiger bis auf die Haut durchnässt. Es sollte also in jedem Fall wetterfeste Kleidung im Rucksack verstaut werden. Dazu gehören Funktions- und Fleecejacke, eine Funktionshose, Sturmhaube und ggf. T-Shirts und Pullover zum Wechseln. Der Deutsche Berg- und Skiführerverband empfiehlt außerdem allen Bergsteigern, schon vor Beginn der Tour feste Rückkehrpunkte und alternative Abstiegsrouten auszukundschaften und festzulegen. So gelangen Sie bei einem Wetterumschwung schnell ins Tal oder in eine schützende Hütte. Eine gute Wanderkarte, ein Höhenmesser und ein zuverlässiger Kompass sind absolut unerlässlich, um sich auch bei schlechten Sichtverhältnissen sicher orientieren zu können. Wenn möglich packen Sie auch ein Funkgerät ein, mit dem Sie auch dann Hilfe rufen können, wenn Ihr Handy keinen Empfang hat.
Kleidung und Ausrüstungsgegenstände zum Bergsteigen in Zermatt finden Sie auch in unserem Bergsteiger-Shop.
Verhaltensregeln für das Bergsteigen in Zermatt
Auf keinen Fall sollten Bergsteiger in den Bergen von Zermatt allein unterwegs sein. Nicht nur Gletscherspalten und steile Hänge stellen Gefahren für die Alpnisten dar, auch Erschöpfung, Atemmangel und andere Krankheitsbilder können Bergsteiger vollkommen überraschend treffen. Die Gruppe bietet Schutz durch gegenseitiges Anseilen und Absichern und im Notfall ist jemand vor Ort, der Hilfe rufen kann. Grundsätzlich gilt es im Notfall, Ruhe zu bewahren. Wer in Panik verfällt, läuft Gefahr, überlebenswichtige Energie zu verbrauchen. Bis die Bergretter eintreffen, können nämlich manchmal mehrere Stunden vergehen – je nachdem, wie abgelegen die Unfallstelle ist. Ruhiges und überlegtes Handeln ist deshalb die oberste Maxime.
Im Idealfall rufen Sie die Bergrettung mit dem Handy an (Air Zermatt Notrufnummer: 144). Oft genug jedoch haben Mobiltelefone beim Bergsteigen im Hochgebirge keinen Empfang, sodass es notwendig sein kann, in die nächstgelegene Berghütte zu laufen, um dort das Telefon zu benutzen. Auch deshalb ist es immer wichtig, sich auf der Wanderkarte zu orientieren und die nächstgelegenen Hütten im Blick zu haben. Haben Sie dann die Bergretter am Telefon, geben Sie präzise Antworten auf die Fragen „Was ist passiert?“, „Wo befindet sich die Unfallstelle?“ und „Wie viele Menschen sind verletzt und wie stark?“
Sollte es unmöglich sein, den Unfallort zu verlassen, benutzen Sie das alpine Notsignal: Geben Sie sechsmal in der Minute ein hör- oder sichtbares Zeichen (lautes Rufen oder Lichtsignal mit der Taschenlampe). Anschließend folgt eine 1-minütige Pause, bevor Sie das Signal wiederholen. Um auf das alpine Notsignal zu antworten, machen Sie sich drei Mal in der Minute in gleicher Weise bemerkbar.
Ist ein Mitglied Ihrer Seilschaft verletzt, wenden Sie Maßnahmen der Ersten Hilfe an. Im Notfall ist es besser, zu improvisieren, als überhaupt nicht zu handeln. Die stabile Seitenlage sollte aber jeder Bergsteiger beherrschen. Um den Hubschraubern der Air Zermatt die Gelegenheit zu geben, am Unfallort zu landen, sollten Sie – soweit möglich – lose Gegenstände aus dem Weg räumen. Auch hier gibt es wieder ein allgemein gültiges Zeichen: Um den Hubschrauber zu signalisieren, dass Sie Hilfe benötigen, strecken Sie beide Arme zu einem „Y“ nach oben; um anzuzeigen, dass der Hubschrauber nicht zu landen braucht, strecken Sie einen Arm in die Höhe. Ein hochgehaltenes Tuch zeigt dem Piloten beim Landen außerdem die Windrichtung am Boden an.
Informationen zur Besteigung der Viertausender von Zermatt finden Sie auf unserer Seite Viertausender Zermatt. Schöne Wandertouren haben wir außerdem auf den Seiten Zermatter Wanderwege und Walliser Wanderwege für Sie zusammengestellt.
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